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Changed Lives|Jünger Machen

100 Tage Autark – ein Kinofilm, der Fragen nach dem Wesentlichen stellt

Jürgen Justus··
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Was brauchen wir wirklich zum Leben? Und was bleibt, wenn vieles wegfällt, was für uns selbstverständlich geworden ist? Genau diesen Fragen stellt sich Johannes Mickenbecker im neuen Dokumentarfilm „100 Tage Autark“, der seit dem 10. September 2026 in zahlreichen deutschen Kinos läuft.

Für Christen, Gemeinden, Jugendgruppen und Kleingruppen ist der Film besonders interessant, weil er eine ganze Reihe von Themen berührt, die sich hervorragend für tiefere Gespräche eignen: Dankbarkeit, Schöpfung, Abhängigkeit, Einfachheit, Verantwortung – und die Frage, worauf wir unser Leben eigentlich bauen.

100 Tage ohne die gewohnte Versorgung

Johannes Mickenbecker ist vielen durch die Real Life Guys bekannt. In „100 Tage Autark“ wagt er ein außergewöhnliches Experiment: Hundert Tage lang versucht er, möglichst unabhängig von der modernen Infrastruktur zu leben.

Kein schneller Einkauf im Supermarkt.
Kein Strom, der selbstverständlich aus der Steckdose kommt.
Keine Versorgungssysteme, auf die man jederzeit zurückgreifen kann.

Stattdessen muss vieles selbst organisiert, gebaut, angebaut und erarbeitet werden.

Plötzlich wird sichtbar, was in unserem normalen Alltag leicht übersehen wird: Wasser, Nahrung, Wärme, Energie und ein schützendes Zuhause sind keine Selbstverständlichkeiten.

Und genau darin liegt eine der Stärken des Films. Das Experiment führt weit über die Frage hinaus, ob jemand hundert Tage „in der Wildnis“ überleben kann.

Es geht um eine viel grundsätzlichere Frage:

Was brauche ich wirklich, um zu leben?

Wenn das Selbstverständliche plötzlich wertvoll wird

Unser Alltag ist voller Dinge, über die wir kaum noch nachdenken.

Wir drehen den Wasserhahn auf.
Wir öffnen den Kühlschrank.
Wir schalten das Licht an.
Wir bestellen etwas mit wenigen Klicks.

Erst wenn diese Dinge nicht mehr selbstverständlich vorhanden sind, verändert sich unser Blick darauf.

„100 Tage Autark“ macht diesen Wert wieder sichtbar. Nahrung muss angebaut werden. Feuer bedeutet Wärme und die Möglichkeit zu kochen. Ein Dach über dem Kopf entsteht nicht einfach – es muss gebaut werden.

Das kann auch geistlich herausfordernd sein.

Denn die Bibel beschreibt Dankbarkeit nicht als gelegentliches Gefühl, sondern als eine Haltung gegenüber dem Leben und gegenüber Gott.

Viele der Dinge, die wir täglich empfangen, nehmen wir kaum noch bewusst wahr.

Vielleicht gehört deshalb zu geistlicher Reife auch die Fähigkeit, das scheinbar Selbstverständliche wieder als Geschenkwahrzunehmen.

Zurück auf das Wesentliche

Johannes beschreibt selbst, dass er während des Projekts viel über die Prioritäten seines Lebens nachgedacht habe.

Das dürfte vielen Menschen bekannt vorkommen.

Unser Leben ist heute voller Möglichkeiten, Termine, Nachrichten, Geräte und Erwartungen. Gleichzeitig wächst bei vielen die Sehnsucht nach einem einfacheren und bewussteren Leben.

Jesus formuliert dazu eine erstaunlich grundlegende Frage:

„Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und sein Leben einzubüßen?“
Markus 8,36

Diese Frage richtet sich nicht gegen Fortschritt, Wohlstand oder Technik.

Sie stellt vielmehr unsere Prioritäten infrage.

Was besitzt tatsächlich Wert?
Wofür investieren wir unsere Zeit?
Was bestimmt unseren Alltag?
Und was trägt uns, wenn Sicherheiten verschwinden?

Ein Experiment wie „100 Tage Autark“ kann deshalb zum Spiegel werden. Nicht jeder von uns muss hundert Tage in einer Hütte im Wald verbringen. Aber jeder von uns kann sich fragen:

Was ist in meinem Leben so laut geworden, dass ich das Wesentliche kaum noch höre?

Autark – oder abhängig?

Gerade für Christen steckt im Titel des Films noch eine spannende Spannung.

Wir Menschen wünschen uns häufig Unabhängigkeit.

Wir wollen unser Leben kontrollieren.
Wir möchten niemandem zur Last fallen.
Wir wollen möglichst selbstständig sein.

Doch der christliche Glaube führt uns nicht letztlich in die völlige Autarkie, sondern in eine andere Erkenntnis:

Wir sind Geschöpfe – und damit Empfangende.

Wir brauchen die Schöpfung.
Wir brauchen andere Menschen.
Und letztlich brauchen wir Gott.

Vielleicht besteht echte Freiheit deshalb nicht darin, niemanden zu brauchen. Vielleicht entsteht sie dort, wo wir erkennen, von wem und von was unser Leben tatsächlich abhängt.

Das macht den Gedanken der Autarkie für Jüngerschaft besonders interessant.

Ein guter Film für Gemeinde, Jugendgruppe oder Hauskreis

„100 Tage Autark“ kann deshalb mehr sein als ein unterhaltsamer Kinoabend.

Warum nicht gemeinsam mit Freunden, einer Jugendgruppe, einem Hauskreis oder einer Kleingruppe ins Kino gehen und anschließend noch etwas trinken oder essen gehen?

Der Film liefert genügend Gesprächsstoff.

Zum Beispiel:

  • Was brauche ich wirklich für ein gutes Leben?
  • Welche Dinge nehme ich inzwischen als selbstverständlich hin?
  • Wo wünsche ich mir mehr Einfachheit?
  • Welche Rolle spielen Besitz und Komfort in meinem Leben?
  • Was würde mir besonders schwerfallen, wenn es plötzlich nicht mehr verfügbar wäre?
  • Wo erlebe ich Gottes Schöpfung noch bewusst?
  • Von welchen Dingen bin ich stärker abhängig, als mir eigentlich lieb ist?
  • Und schließlich: Was trägt mein Leben, wenn äußere Sicherheiten wegfallen?

Gerade Jüngerschaft geschieht häufig nicht nur in Seminaren oder Bibelstunden. Manchmal beginnt ein entscheidendes geistliches Gespräch mit einem gemeinsamen Erlebnis und einer einfachen Frage:

„Was hat der Film eigentlich mit dir gemacht?“

Vielleicht einfach gemeinsam ins Kino gehen

Der Film läuft aktuell in zahlreichen deutschen Städten, darunter unter anderem Backnang, Kornwestheim, Böblingen, Hechingen, Albstadt, Karlsruhe, Pforzheim, Freiburg und viele weitere Orte.

Auf der offiziellen Website findet sich die aktuelle Übersicht der teilnehmenden Kinos.

„100 Tage Autark“ könnte damit eine gute Gelegenheit sein, Menschen einzuladen, mit denen man sonst vielleicht nicht sofort einen christlichen Vortrag oder Gottesdienst besuchen würde.

Gemeinsam einen Film anschauen.

Gemeinsam über das Leben sprechen.

Und vielleicht irgendwann bei der Frage landen, die weit über hundert Tage Autarkie hinausgeht:

Was trägt mein Leben wirklich?

Weitere Informationen, Trailer und Kinotermine:
www.100tageautark.de

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