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Changed Lives|Jünger Machen
JüngerschaftErmutigungCoaching

Werde zum Mutmacher – Die Kunst, das Beste in anderen hervorzuholen

Jürgen Justus··
Artikel missionarischer Lebensstil 10

Warum Jüngerschaft mehr mit Coaching als mit Unterricht zu tun hat

Wenn wir das Wort „Jüngerschaft“ hören, denken wir oft an ein Klassenzimmer: Jemand, der viel weiß (der Lehrer), erklärt jemandem, der wenig weiß (dem Schüler), wie der Glaube funktioniert. Wir denken an Lehrpläne, Bücher und Wissensvermittlung. Das Ziel ist oft, dass der andere am Ende so viel weiß wie wir.

Doch Joel Comiskey und Dave Ferguson (Hero Maker) fordern uns zu einem radikalen Umdenken heraus. Echtes Jüngerschaft-Machen gleicht weniger einem Frontalunterricht und viel mehr einem Coaching

Das Ziel von Jüngerschaft ist nicht, dass Menschen „Nachfolger von uns“ werden, sondern dass sie ihre eigene, einzigartige Berufung in Jesus finden und leben. Wir sind nicht dazu da, Klone von uns selbst zu produzieren, sondern „Heldenmacher“ (Hero Makers) zu sein, die das Gold in anderen entdecken und freisetzen.

Der „Hero Maker“-Shift: Vom Star zum Coach

Dave Ferguson beschreibt, dass viele Leiter und Christen versuchen, selbst der „Held“ der Geschichte zu sein. Wir wollen die besten Gespräche führen, die tollsten Gebete sprechen und die Antworten auf alle Fragen haben. 

Ein Hero Maker hingegen verlagert den Fokus. Er fragt nicht mehr: „Wie kann ich mein Potenzial maximieren?“, sondern: „Wie kann ich das Potenzial der Menschen um mich herum freisetzen?“

Ein missionarischer Lebensstil bedeutet, dass wir zu Mentoren für andere werden. Wir schauen uns unsere Freunde, Nachbarn oder jungen Christen in der Gemeinde an und fragen uns: „Welche Gaben hat Gott in diesen Menschen hineingelegt, die er selbst vielleicht noch gar nicht sieht? Und wie kann ich ihm helfen, darin aufzublühen?“

Die Macht der guten Fragen

Der größte Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Coach ist die Richtung der Kommunikation. Ein Lehrer gibt Antworten. Ein Coach stellt Fragen. 

Joel Comiskey betont, dass Menschen am meisten wachsen, wenn sie Dinge selbst entdecken. Wenn wir ständig die Lösungen vorgeben, halten wir andere in der Abhängigkeit. Wenn wir aber gute Fragen stellen, helfen wir ihnen, auf die Stimme des Heiligen Geistes in ihrem eigenen Leben zu hören.

Ein missionarischer Mentor fragt nicht: „Hier ist, was du tun solltest“, sondern:

  • „Was glaubst du, was Gott dir in dieser Situation sagen möchte?“
  • „Welche Talente hast du, die du gerne öfter einsetzen würdest?“
  • „Was hindert dich gerade daran, den nächsten Schritt zu gehen?“

Durch Fragen geben wir dem anderen Würde. Wir signalisieren: „Ich glaube, dass Gott in dir wirkt und dass du die Fähigkeit hast, seine Führung zu erkennen.“

Gabe aktivieren statt Aufgaben verteilen

In der „Hero Maker“-Mentalität geht es um Gift Activating (Gaben-Aktivierung). Wir verteilen nicht einfach Aufgaben („Du könntest mal den Müll rausbringen“), sondern wir suchen nach der Berufung des anderen. 

Wenn du merkst, dass ein Freund ein großes Herz für Gastfreundschaft hat, dann „unterrichte“ ihn nicht über Gastfreundschaft. Ermutige ihn, lade ihn ein, es gemeinsam mit dir zu tun, und lass ihn dann selbst die Initiative übernehmen. Gib ihm die Erlaubnis, Fehler zu machen, und feiere seine Erfolge mehr als deine eigenen.

Das Ziel: Multiplikation

Warum ist dieser Coaching-Ansatz so wichtig für einen missionarischen Lebensstil? Weil er multiplizierbar ist. Wenn du einen Menschen einfach nur „belehrst“, hast du einen informierten Christen gewonnen. Wenn du einen Menschen aber „coachst“ und ihn zu einem Hero Maker machst, hast du jemanden gewonnen, der wiederum andere freisetzen wird. 

Jüngerschaft als Coaching bedeutet, sich selbst „ersetzbar“ zu machen. Wir investieren uns in andere, damit sie größer werden als wir.

Fazit

Hör auf zu versuchen, der Experte für das Leben anderer zu sein. Werde stattdessen ihr größter Fan und ihr aufmerksamster Coach.
Suche nach dem Gold in den Menschen um dich herum. Stell Fragen, die sie zum Nachdenken bringen. Gib ihnen die Freiheit, ihre eigene Spur mit Gott zu finden. Wenn du anfängst, andere zum Blühen zu bringen, wirst du feststellen, dass das die erfüllendste Form von Mission ist, die es gibt. Werde zum Heldenmacher.

Kernzitat zum Mitnehmen:

"Wahre Leiter messen ihren Erfolg nicht an der Anzahl ihrer Nachfolger, sondern an der Anzahl der Leiter, die sie hervorgebracht haben. Jüngerschaft ist die Kunst, das Licht in anderen so hell zu machen, dass sie selbst zu Leuchten beginnen." – (Frei nach Dave Ferguson und Joel Comiskey)

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