Warum investieren erfolgreiche Gemeinden so viel in junge Leiter?
In vielen Gemeinden wird Verantwortung erst dann übertragen, wenn jemand ausreichend Erfahrung gesammelt hat. Die Gemeinden, die wir in Brasilien besucht haben, gehen oft einen anderen Weg. Sie investieren früh in Menschen und trauen ihnen Verantwortung zu, bevor sie sich selbst dafür bereit fühlen.
Natürlich bedeutet das nicht, dass unreife Menschen einfach ins kalte Wasser geworfen werden. Vielmehr werden sie begleitet, gecoacht und ermutigt. Die Leiter sehen ihr Ziel nicht darin, möglichst viel selbst zu tun, sondern möglichst viele andere zu befähigen.
Ein Pastor sagte sinngemäß: „Wenn ich alles selbst mache, wächst meine Gemeinde nur bis zu meiner persönlichen Kapazität. Wenn ich andere ausrüste, wächst sie weit darüber hinaus.“
Diese Haltung prägt die gesamte Kultur. Junge Christen lernen früh, dass sie nicht nur Empfänger, sondern auch Mitarbeiter im Reich Gottes sind. Sie dürfen Menschen begleiten, Gruppen leiten, Zeugnis geben und Verantwortung übernehmen.
Dabei werden Fehler nicht als Katastrophe betrachtet, sondern als Teil des Lernprozesses. Viele Leiter erzählten uns offen von eigenen Fehlern, aus denen sie gelernt haben. Das schafft eine Atmosphäre, in der Menschen wachsen können.
Vielleicht liegt hier eine wichtige Lektion für viele Gemeinden: Die nächste Generation von Leitern entsteht nicht durch Warten, sondern durch Vertrauen.