Warum werden so viele Menschen in Zellgruppen zu Leitern?
In vielen Gemeinden besteht ein Mangel an Leitern. Gleichzeitig haben wir in Brasilien erlebt, wie ständig neue Leiter entstehen. Der Schlüssel scheint dabei nicht ein besseres Ausbildungsprogramm zu sein, sondern das Umfeld, in dem Menschen wachsen.
In einer Zellgruppe bleibt niemand lange anonym. Menschen werden gesehen, gefördert und herausgefordert. Sie lernen nicht nur theoretisch, sondern praktisch.
Jemand übernimmt zunächst vielleicht eine Begrüßung. Später leitet er ein Gebet. Danach moderiert er einen Austausch oder begleitet einen neuen Teilnehmer. Schritt für Schritt wächst Verantwortung.
Dadurch entsteht ein natürlicher Entwicklungsweg. Menschen werden nicht erst dann eingesetzt, wenn sie alles können. Sie lernen durch Beteiligung.
Bemerkenswert war auch die Haltung vieler Leiter. Sie investieren ihre Zeit nicht hauptsächlich in Programme, sondern in Menschen. Ihr Erfolg wird nicht daran gemessen, wie viele Aufgaben sie selbst erledigen, sondern wie viele andere sie befähigen.
Genau deshalb entstehen ständig neue Leiter. Die Kultur lautet nicht: „Zeig erst, dass du es kannst.“ Die Kultur lautet: „Lass uns gemeinsam wachsen.“
Viele Gemeinden suchen nach Leitern. Die Gemeinden, die wir besucht haben, entwickeln Leiter.