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Changed Lives|Jünger Machen
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Was können deutsche Gemeinden von Brasilien lernen – und was nicht?

Gefragt von Anonym·Beantwortet von Jürgen Justus

Nach einigen Tagen in Brasilien wurde ich immer wieder gefragt: „Können wir das einfach kopieren?“ Die ehrliche Antwort lautet: Nein. Nicht alles, was in Brasilien funktioniert, lässt sich eins zu eins nach Deutschland übertragen.

Kultur spielt eine große Rolle. Menschen leben anders, denken anders und bauen Beziehungen anders auf. Wer versucht, lediglich Methoden zu übernehmen, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.

Gleichzeitig gibt es Prinzipien, die kulturübergreifend funktionieren.

Eines davon ist die Überzeugung, dass jeder Christ von Gott gebraucht werden kann. Diese Haltung begegnete uns überall. Nicht nur Pastoren oder hauptamtliche Mitarbeiter tragen Verantwortung. Jeder Gläubige wird als potenzieller Jüngermacher gesehen.

Ein weiteres Prinzip ist die Kraft von Beziehungen. Viele Menschen kommen nicht durch Veranstaltungen zum Glauben, sondern durch Freundschaften. Sie erleben christliche Gemeinschaft, bevor sie christliche Lehre verstehen.

Außerdem beeindruckte uns die Erwartungshaltung. Viele Christen rechnen tatsächlich damit, dass Gott Menschen verändert, Gebete erhört und durch gewöhnliche Gläubige wirkt. Diese Erwartung prägt das gesamte Gemeindeleben.

Vielleicht besteht die wichtigste Lektion deshalb nicht darin, brasilianische Methoden zu importieren. Vielleicht geht es vielmehr darum, dieselbe Leidenschaft für Jüngerschaft, Multiplikation und den Auftrag Jesu neu zu entdecken.

Die Form mag unterschiedlich aussehen. Die Prinzipien bleiben dieselben.