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Changed Lives|Jünger Machen
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Teil 3 von 8

Entworfen, um Gott zu gefallen

Du wurdest entworfen, um Gott zu gefallen. Er hätte dich gar nicht schaffen müssen, aber Er zog es vor, dich zu erschaffen – zu seiner eigenen Freude. Und deshalb ist es das erste Ziel deines Lebens, dass du zu Seiner Freude und Zufriedenheit lebst. Das nennt man „Anbetung“.

Ganz praktisch: Was ist Anbetung?

Jegliche Handlung, die Gott Freude bereitet, ist eine Tat der Anbetung. Mindestens zweimal in Seinem Leben auf dieser Erde hörte Jesus von Gott dem Vater, dass Er (d.h. Jesus) jemand sei, der Ihm Wohlgefallen bereitet: Ein Beispiel finden wir in Matthäus 3,17.

Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: 'Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich große Freude.'

Matthäus 3,17

Was hatte Jesus getan, dass Gott so etwas zu Ihm sagt? Offensichtlich nichts. Zu der Zeit hatte Jesus erst 30 Jahre lang gelebt, und zwar sehr anonym. Aber als Er in die Öffentlichkeit trat und von Johannes getauft worden war, unternahm Er Seine ersten Schritte zu Seinem Dienst in der Öffentlichkeit. Also war es nur das stille Leben von Jesus und Seine Bereitschaft zum Gehorsam, was dem Herzen Seines Vaters gefiel und das Er an Jesus lobte. Auf diese Weise betete Jesus Gott an.

Es gibt drei wichtige Erklärungen, die man bezüglich Anbetung machen kann; sie sollen uns helfen, ein paar Missverständnisse auszuräumen:

  • Anbetung ist sehr viel mehr als Musik

  • Anbetung geschieht nicht zu unserem eigenen Nutzen

  • Anbetung ist nicht Teil deines Lebens, sondern sie ist dein Leben

Wir wurden geschaffen, um Gott anzubeten. Anbetung ist einer unserer Lebenszwecke. Das heißt, dass wir nur dann voll und zufrieden leben, wenn wir anbetend vor Ihm stehen.

Leider störte der Sündenfall die Beziehung des Menschen mit seinem Schöpfer. Von da an begann der Mensch, seinen Impuls zur Anbetung in andere Richtungen zu lenken. Er betete sich selbst an, andere Menschen und andere Götter, und bald ließen diese Bindungen die Anbetung des einen wahren Gottes in Vergessenheit geraten. Der Mensch erfand Religionen, Bräuche und Lehren, die ihm helfen sollten, seine Anbetungsneigungen auszudrücken.

In Jesus Christus finden wir den Grundstein des göttlichen Planes, die Menschen für Ihn selbst zu retten und die zerbrochene Beziehung wiederherzustellen. Jesus ist der Vermittler zwischen Gott und den Menschen (1. Tim. 2,5). Durch Ihn wird der Mensch in seinem Geist erneuert, und er wird aufgrund seines Glaubens freigesprochen. Nun kann er wieder mit seinem Schöpfer Gemeinschaft haben und Ihn anbeten, also seinen „Anbetungs-Impuls“ in die korrekte Richtung lenken.

Jesus war einmal in Samaria unterwegs, auf dem Weg von Judäa nach Galiläa. Dort traf er eine Samariterin bei einem Brunnen an. Nach einem kurzen Gespräch der beiden fing Jesus an, die Frau über echte Anbetung zu unterrichten und sie mit ihrer Religiosität herauszufordern (lies selbst in Joh. 4,20-24). Wenn im NT das Wort „anbeten“ erscheint, dann ist es meistens die Übersetzung eines griechischen Verbs, das sagt: „sich zu den Füssen des anderen verneigen und sie küssen“, denn so zeigt man Demut und Unterwürfigkeit. Siebenmal wird dieses Wort in Jesu Gespräch mit der Samariterin gebraucht. Bei diesem Zusammentreffen erwähnt Jesus drei Gegenteile, um mit diesen Ausdrücken die Eigenschaft von wahrer Anbetung zu unterstreichen:

1. Anbetung ist nicht abhängig von einem heiligen Platz, echte Anbetung geschieht überall (V. 20-21)

Zu jener Zeit gab es einen Streit zwischen Juden und Samaritern: Welcher Platz war autorisiert, dass Gott nur dort angebetet werden darf? Die Juden bestanden auf Jerusalem, der Stadt, die David als Israels Hauptstadt und als religiöses Hauptquartier (2. Sam. 5-7) bestimmt hatte. Für die Samariter kam aber nur der Berg Garizim in Frage, also der Berg des Segens (5. Mose 11,29). Denn auf diesem Berg hatten die Samariter einen Gegen-Tempel und eine falsche Anbetungsstätte eingerichtet als Konkurrenz zu Jerusalem.

Auf diesen Streit geht Jesus bei dem Gespräch mit der Samariterin nicht ein, sondern lehrt, dass eine Zeit kommt (vgl. den neuen Bund), wenn die Anbetung seines Vaters weder in Jerusalem noch auf dem Garizim stattfinden wird. Es kommt überhaupt kein heiliger Platz in Frage, auch kein Tempel und keine Opfer, sondern es wird dort geschehen, wo sich gerade jeder einzelne Anbeter und Anbeterin befindet.

Der Tod Jesu am Kreuz war das perfekte und endgültige Opfer für Gott zur Vergebung der Sünden. Das heißt, dass das Opfersystem des Moses und der Tempel nicht mehr nötig sind (Hebr. 9,23-10,18). In dem neuen Bund wird jeder, der an Jesus Christus glaubt, ein Heiligtum sein, in dem Gott durch den Heiligen Geist wohnt.

Erkennt ihr denn nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

1. Korinther 3,16

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch lebt und euch von Gott geschenkt wurde.

1. Korinther 6,19

Und welche Gemeinschaft kann zwischen dem Tempel Gottes und Götzenbildern bestehen? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: 'Ich will mitten unter ihnen sein und mitten unter ihnen leben. Ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.'

2. Korinther 6,16

Für uns als Tempel des lebendigen Gottes ist jeder Platz, wo wir uns auch befinden, ein Ort der Anbetung unseres Vaters im Himmel. Deshalb sind wir weder auf einen Kirchenbau noch auf ein Gebetshaus angewiesen.

  • Wenn du Gott anbetest, ist das jemals außerhalb von Anbetungsgottesdiensten, Treffen in Kleingruppen oder Jüngerschaftsgruppen geschehen? Hat es Anbetung jemals bis in dein Zuhause oder an deinen Arbeitsplatz und in die Schule geschafft?

  • Ist dir bewusst, als Tempel des Heiligen Geistes, dass du eine Wohnung des lebendigen Gottes bist und dass all dein Handeln die Anbetung Gottes zum Ausdruck bringt oder nicht?

2. Anbetung ist nicht von Religiosität abhängig, sondern von Vertrautheit mit Gott (V. 22)

Im AT und NT wird das Verb „kennen“ nicht nur für eine intellektuelle Tätigkeit wie „suchen“ und „Information erwerben“ benutzt. Dieses Wort wird auch gebraucht, wenn man z.B. eine Person gut kennt und ein enges Verhältnis zu ihr hat. Ein gutes Beispiel hierzu ist der Text aus 1. Mose 4,1, wo es heißt: „Und Adam erkannte seine Frau Eva …“ Andere Bibelversionen übersetzen an dieser Stelle mit „(he) met“ / „lebte zusammen…“ / „hatte Geschlechtsverkehr…“ Dieser Vers informiert uns – mit dem Verb „(er)kennen“, dass Adam mit seiner Frau schlief, die Zeit engster Vertrautheit für ein Ehepaar.

In Johannes 4,22 spricht Jesus mit der Samariterin über Beziehungen und praktisches Wissen. Er sagt offen, dass die Samariter etwas anbeten, was sie gar nicht kennen. Und damit legt Jesus nahe, dass ein solches Gebet ohne Vertrautheit mit dem Gott geschieht, zu dem sie beten. Aber das ist nicht die wahre Anbetung, die sich der Vater wünscht. So eine Anbetung ist nichts anderes als nutzlose Religiosität. Der Wunsch des Vaters ist es aber, dass wir so mit Ihm in Kontakt sind, dass wir Ihn in ganzer Vertrautheit kennen. Nur dann können wir Ihn wirklich anbeten.

  • Gott kennen geschieht z.B. durch das Lesen der Bibel, durch Gebet und durch Momente, in denen wir Ihn preisen und anbeten. Wieviel Zeit deines Tages hast du bisher dazu freigehalten?

  • Beruht dein christliches Leben auf leerer Religiosität oder auf einer echten Beziehung zu Gott?

Das Lesen der Bibel, das Beten und Loben und das Anbeten – und zwar von dir als Einzelperson – nennen wir „Zeit allein mit Gott“. Lies die Anlage zu Hause und finde heraus, wie wichtig diese Zeit ist und wie du sie am besten gestaltest.

3. Anbetung ist nicht nur ein äußerliches Ritual, sondern geschieht in Geist und Wahrheit (V. 23-24)

Der dritte Kontrapunkt, den Jesus erwähnt, ist eng mit einer der Eigenschaften Gottes verbunden. Er erklärt, dass Gott Geist ist, das heißt: Gott ist ein immaterielles Wesen, Er hat keinen physischen Körper. Deshalb muss Er im Geist und in der Wahrheit angebetet werden (Joh. 4,23). Außer seinem physischen Körper hat der Mensch auch einen immateriellen Teil, er besteht aus Seele und Geist und wird auch der „innere Mensch“ genannt. Von diesem (geistlichen) Teil entsteht echte Anbetung; sie ist nicht nur ein äußerliches Ritual. Wenn es letzteres wäre, dann wäre unsere Anbetung nur eine leere und scheinheilige Angelegenheit, ohne Wahrheit wie vom Vater erwartet. In Markus 7,6-7 konfrontierte Jesus die Pharisäer und Schriftgelehrten, denn ihnen ging es immer nur um das Äußere.

Ihr Heuchler! Jesaja hatte recht, als er die folgenden Worte von Gott über euch schrieb: 'Diese Leute ehren mich mit ihren Worten, aber ich bin nicht wirklich wichtig für sie. Wie sie mich anbeten, ist wertlos. Was sie lehren, sind lediglich menschliche Regeln.'

Markus 7,6-7

Die Anbetung, die Gott erwartet, ist nicht einfach ein Ritual von Gesängen, Gebärden und Tänzen. Was Er erwartet, ist eine Anbetung, die von Herzen kommt und ehrlich und aufrichtig ist. Das Ritual sollte aber nicht völlig übersehen werden. Das eigentliche Problem ist, wenn das Ritual zur Hauptsache wird. Ganz wichtig ist, dass unsere äußerlichen Neigungen, z.B. Lieder singen, Hände heben und das Tanzen, von etwas motiviert werden, das in unserem Innern geschieht. Zur Anbetung Gottes gehört alles: Körper, Seele und Geist.

Es gibt auch Leute, die Gott nur in ihrem Herzen anbeten wollen, dies aber nicht mit ihrem Körper zeigen wollen; auch sie sind nicht ganz da, wo Gott sie haben möchte. Die Bibel ermutigt uns, Gott mit unseren Lippen (Hebr. 13,15; Ps. 63,5) anzubeten und mit Musikinstrumenten (Ps. 150,3-5), mit Liedern (Ps. 149,3; Ps. 47,6-7) und Tänzen (Ps. 149,3; Ps. 150,4), mit erhobenen Händen (Ps. 63,4; Ps. 134,2), Händeklatschen (Ps. 47,1) und mit Freudenrufen (Ps. 47,5) usw.

Noch etwas zum Schluss: Wir hatten bereits in der Einführung zu dieser Lektion erwähnt, dass das griechische Wort für 'Anbetung' bedeutet „sich zu jemandes Füßen verneigen und sie küssen“; auch das ist Anbetung mit dem Körper.

Wir beten Gott auch dann an, wenn wir für ihn arbeiten. Jesus erklärte die Pharisäer für unbrauchbar, denn sie taten, was sie wollten und wie sie es tun wollten. Was sie lehren, sind nur menschliche Regeln.

Ihre Anbetung ist nutzlos, denn sie ersetzen die Gebote Gottes durch ihre eigenen Lehren.

Matthäus 15,9

Ich habe dich hier auf Erden verherrlicht, indem ich alles tat, was du mir aufgetragen hast.

Johannes 17,4

Wenn jemand redet, dann rede er so, als würde Gott selbst durch ihn sprechen. Wenn sich jemand für andere einsetzt, dann setze er sich mit all der Kraft und Energie ein, die Gott ihm gibt. Dann wird Gott in allem durch Jesus Christus verherrlicht werden. Alle Ehre und Macht gehören für immer und ewig Ihm! Amen!

1. Petrus 4,11

Jesus lehrte die Samariterin und Er lehrt uns heute, dass der Vater Ausschau nach echten Anbetern hält. Deshalb ist es dringend, dass wir anfangen, Sein Wort in Joh. 4,20-24 so bald wie möglich in die Tat umzusetzen. Um das zu tun, ist es jedoch nötig, dass wir ein paar alte und falsche Konzepte ablegen und unsere Komfortzone verlassen. Bei deiner nächsten Gelegenheit Gott anzubeten, solltest du dir die drei Prinzipien dieser Lektion in Erinnerung bringen und versuchen, sie anzuwenden. Dies wird ein bedeutender Schritt vorwärts sein, dass du ein Anbeter nach dem Herzen Gottes wirst.

Wir haben gelernt, dass Anbetung nicht von deinem Aufenthaltsort abhängig ist. Anbetung ist auf eine persönliche Beziehung zu Gott gegründet, die zum Ausdruck bringt, was in deinem Herzen ist. Demzufolge:

  • Widme dein Leben der Anbetung als ein Ziel eines Lebens.

  • Nimm dir jeden Tag 30 Minuten Zeit alleine mit Gott. Bete während dieser Zeit, bete Gott mit Liedern an und lies einen Abschnitt aus der Bibel.

  • Behalte im Kopf, dass Anbetung eine Haltung ist. Gehe also durch dein Leben und bete an.

Anhang zu Lektion 3: Die Bedeutung deiner Zeit alleine mit Gott

Ich nehme an, dass jeder von uns – als wir noch Kinder waren – die Gelegenheit für ein Experiment hatte. Und zwar nahmen wir eine Saatbohne, steckten sie in einen Wattebausch und alles zusammen in einen Plastikbecher. Damit das Experiment erfolgreich verlief, wurden ein paar Handgriffe nötig. Es musste z.B. regelmäßig etwas Wasser auf die Watte geträufelt werden, und der Becher musste unbedingt in der Sonne stehen. Nach ein paar Tagen – oh Wunder – öffnete sich die Saatbohne an einer Stelle, und ein kleiner Keim wurde sichtbar. Jeden Tag wuchs dieser Keim etwas, bis daraus ein Spross wurde. Schließlich wurde der Becher für das Pflänzchen zu eng; also musste die Saatbohne vorsichtig aus dem Becher herausgenommen und in gute Erde gepflanzt werden. Natürlich brauchte das Pflänzchen Wasser und Licht, um allmählich eine stattliche Pflanze zu werden.

Diese Erfahrung mit einer Bohne illustriert unser Leben als Christen. Auch für uns selbst müssen wir für angemessene Pflege und für unser geistliches Wachsen sorgen. Von Anfang an wurde unser Verhältnis zu Gott durch das Säen und Sprossen von Samen gestärkt. Die Saat des Wortes Gottes wurde in den Boden / die Erde unseres Herzens gesät. Damit sich die Saat öffnet, wächst und Frucht trägt, muss die Erde wirklich „gutes Land“ sein, vgl. das Gleichnis vom Sämann in Mt. 13,1-23 und Mk. 4,1-20 und Lk. 8,1-15. Deshalb frage ich dich: Was ist nötig, das unseren Herzen zu guter Erde verhilft, und dem Samenkorn des Wortes Gottes die richtigen Bedingungen zum Öffnen, Wachsen und Frucht-Tragen?

Die Antwort beginnt bei Gott. Er als der Landwirt (vgl. Joh. 15,1) ist die Hauptperson, die dafür verantwortlich ist, dass der Acker und die Saat mit der notwendigen Sorgfalt gepflegt werden, so dass sie schließlich Früchte bringen. Wenn Gott nicht eingreift und arbeitet, wird nichts geschehen. Aber ist Gott denn nur der einzige Akteur in diesem Prozess? Gewiss nicht! Das ganze christliche Leben einer Person besteht aus einer Partnerschaft zwischen Gott und dieser Person. Zu diesem Thema gibt es eine Idee in 1. Kor. 3,5-9, besonders in Vers 9, wo der Apostel Paulus schreibt: „… Wir arbeiten Hand in Hand mit Gott und für Ihn…“ Das Wort Co-Worker drückt aus: „zwei Menschen, die zusammenarbeiten“.

Lass mich zwei Beispiele dazu geben:

  1. Als wir uns zu Christus bekehrten, kam es zu einer Partnerschaft zwischen Gott und uns. Er erreichte unsere Herzen mit Seiner Gnade, und wir antworteten mit Glauben. Wir wurden gerettet durch Gnade und durch (d.h. auf Grund von) Glauben, vergleiche Eph. 2,8.

  2. Bald danach fingen wir an, einen Prozess von Heiligung zu erleben, und auch darin gibt es eine Partnerschaft zwischen Gott und uns: Gott – durch Seinen Geist – gibt uns die Kraft, uns selbst zu heiligen und heilig zu sein (Gal. 5,16) und – mittels dieser Kraft – sollen wir uns um Heiligung bemühen (Hebr. 12,1-4).

So weit, so gut; es bleibt aber die Frage: Was ist jetzt unsere Aufgabe in der Zusammenarbeit mit Gott? Der Boden / die Erde unseres Herzens muss gut bleiben, damit sich die Saat des Wortes Gottes öffnet und damit sie wächst. Eine einfache und praktische Antwort ist: Zeit allein mit Gott. Jede Zweierschaft benötigt mindestens zwei grundlegende Elemente, nämlich Zeit für Gemeinschaft und ein Dialog. Genau darum geht es, wenn wir von 'Zeit allein mit Gott' reden. Es ist eine Zeit enger Gemeinschaft mit Gott, es ist Gespräch mit Ihm und ein Hinhören auf Seine Stimme. Diese Gemeinschaft ist auf zwei fundamentale geistliche Disziplinen gegründet: Gebet und das Lesen der Bibel. Aber Vorsicht, für eine 'Zeit allein mit Gott' kann man diese beiden geistlichen Disziplinen nicht einfach mechanisch und fromm „ablaufen“ lassen. Beim Gebet und beim Lesen der Bibel solltest du echt darauf bedacht sein, mit Gott zu sprechen und auf Seine Stimme zu hören, das heißt also, dass du Vertrautheit und Gemeinschaft mit Gott erfährst. Nur so eine Erfahrung ist das Investieren der Zeit wert. Ohne Gott zu begegnen, hast du lediglich in einem Buch gelesen oder bist ein paar neuen Wörtern begegnet, die Übung war also langweilig und hat dich zu nichts motiviert.

Wie können Gebet und Bibellesen für uns brauchbar sein und uns zum Dienst ermutigen? Hier ein paar Tipps:

Die Bibel lesen (Schritt-für-Schritt-Methode)

  • Bitte Gott darum, dass der Heilige Geist das Lesen führt und erleuchtet.

  • Wähle einen Abschnitt, der nicht zu lang und in sich abgeschlossen ist, also Anfang, Hauptteil und Schluss (die Überschriften in der Bibel können dir dabei helfen). Idealerweise liest du ein Buch der Bibel nach und nach durch.

  • Lies den Abschnitt drei Mal. Wenn möglich, lies in einer modernen Übersetzung (z.B. NGÜ oder Neues Leben).

  • Unterstreiche im Text, was dir auffällt, und mache dir dazu Notizen in einem Notizbuch.

  • Suche nach der zentralen Aussage des Textes und schreibe sie dir auf.

  • Überlege dir, wie die Aussage des Textes in deinem Leben Anwendung finden kann, und schreibe dir das auf.

Gebet (Elemente, aus denen Gebet besteht)

  • Bekennen von Schuld: Formuliere gegenüber Gott, wo du entgegen dem Willen Gottes gehandelt hast.

  • Lobpreis und Anbetung: Gott loben bedeutet, Ihm Komplimente zu machen, Ihn zu erheben wegen seiner großen Taten und seinem Charakter. Gott anbeten bedeutet, dass du dich vor Ihm in Ehrfurcht beugst, dass du dich Ihm unterordnest und unterstellst.

  • Dank: Danke Gott für das, was Er für dich tut.

  • Fürbitte: Bete für andere Menschen.

  • Bitten: Bringe Gott deine persönlichen Anliegen.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Wenn du eine gute „Zeit allein mit Gott“ verbringen möchtest, dann halte dir dafür die bestmögliche Zeit deines Tages frei. Das kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, entweder gleich nach dem Aufstehen, oder kurz vor dem Einschlafen am Abend, für andere gleich nach dem Mittagessen. Sei treu und vermeide Zeiten, wo du sehr beschäftigt bist. Der Herr segne dich!