Geschaffen, um zu Gottes Familie zu gehören
Du wurdest geschaffen, um zu Gottes Familie zu gehören. Dies ist Gottes zweiter Plan für dein Leben. Eine Familie ist, idealerweise, eine Gruppe von Menschen, die aus einem Vater, einer Mutter und Kindern besteht. Was die Familie Gottes angeht, so besteht sie aus Gott dem Vater, Gott dem Sohn, Gott dem Heiligen Geist und aus solchen, die durch ihren Glauben an den Sohn und durch das Wirken des Heiligen Geistes Kinder des Vaters wurden. Die Bibel sagt in Johannes 1,12: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ Somit wird jeder, der an Jesus glaubt, zu einem Glied in Gottes Familie; denn er hat Gott zum Vater, Jesus zum älteren Bruder und andere Gläubige zu Brüdern und Schwestern im Glauben.
Die Bibel nennt Jesus anfangs den „eingeborenen Sohn“, d.h. den einzigen Sohn Gottes (Joh. 1,14+18; 3,16+18; 1. Joh. 4,9…). Ein anderes Mal nennt Gott Ihn den „Erstgeborenen“ (z.B. Röm. 8,29), also das erste Kind von Gott. Der ganze Vers in Römer 8,29 lautet: „Denn Gott hat sie schon vor Beginn der Zeit auserwählt und hat sie vorherbestimmt, seinem Sohn gleich zu werden, damit sein Sohn der Erstgeborene unter vielen Geschwistern werde…“ Mit diesem Text zeigt uns der Apostel Paulus, dass es Gottes Plan war, nicht nur einen Sohn, sondern eine große Familie mit vielen Kindern zu haben, die ähnlich wie Jesus sind, der der erstgeborene und somit auch der älteste der vielen Geschwister ist. Der Name dieser riesigen Familie ist: „die Kirche“ oder auch „die Gemeinde.“
Was bedeutet dir diese Gemeinde?
Entgegen dem weit verbreiteten Denken ist Kirche kein Gebäude. Entgegen dem Denken von uns Gläubigen ist Kirche auch kein Gottesdienst und auch kein religiöses Programm. Kirche oder Gemeinde sind diejenigen, die zusammenkommen, die an Jesus Christus glauben und die deshalb mit Gott versöhnt sind. Es sind also die Menschen, die die Kirche/Gemeinde bilden. Kirche sind wir. Keiner für sich als einzelner, keiner für sich privat.
Die Gemeinde sind wir, vereint in Gemeinschaft; wir teilen unser Leben miteinander. Das Wort „Gemeinschaft“ im NT heißt auf Griechisch „koinonia“ und hat mehrere Bedeutungen, z.B. Bund, Genossenschaft, Bruderschaft, Verwandtschaft, Beteiligung, fair verteilen, mit anderen teilen… Gemeinschaft bedeutet also, dass etwas mit einer Gruppe von Menschen geteilt wird. Was haben wir, die Kirche, gemeinsam? Es ist unsere Beziehung zu Gott durch Jesus. Wenn wir also zusammenkommen, dann ist unser Ziel, Gottes Liebe zu uns miteinander zu teilen, einander zu lieben und diese Liebe auch denen zukommen zu lassen, die solche Liebe noch nicht kennen. Deshalb sagt Jesus auch: „So gebe ich euch nun ein neues Gebot: Liebt einander. So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh. 13,34-35).
Was ist die beste Voraussetzung, um einander Liebe zu erweisen und diese Liebe auch mit Außenstehenden zu teilen; ist das möglich in einer großen Gruppe oder ist es eher besser in einer kleinen Gruppe?
Wenn die Gemeinde über Gemeinschaft spricht, dann ist Größe äußerst wichtig, d.h. je kleiner die Gruppe desto besser. Deshalb gibt es keinen besseren Weg, um Gemeinde zu erleben als in einer Kleingruppe. Wenn wir uns zum Gottesdienst im Gemeindehaus oder im Kirchengebäude versammeln, sind wir mit Dutzenden oder Hunderten oder sogar mit Tausenden von Leuten zusammen, ohne dass wir von den meisten den Namen und ihre Geschichte kennen. Oft sind auch die Stühle so unpassend gestellt, dass ein Austausch kaum möglich ist. In einer Kleingruppe sieht es anders aus: Wir kommen als Gruppe von etwa zehn Personen in einer Wohnung zusammen, jeder kennt den Namen des andern und auch etwas aus seiner Lebensgeschichte. Wir sitzen Seite an Seite zusammen, so dass jeder jeden sehen und auch gut verstehen kann. Es kann auch Snacks und Getränke geben. So wird Gemeinschaft echt!
Bist du Teil einer Kleingruppe? Wer kann ein Erlebnis erzählen, bei dem in einer solchen Kleingruppe echte Gemeinschaft erlebt wurde?
Die erste Kleingruppe der Geschichte wurde von Gott selbst entworfen. Es gab ihn schon, bevor die Uhr der Geschichte zu ticken begann. Es handelt sich hier um die Kleingruppe der göttlichen Dreieinigkeit, die aus Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist besteht. Diese drei erlebten (und erleben immer noch) perfekte Gemeinschaft bei perfekter Liebe; jeder war mit dem andern echt verbunden und teilte mit ihm dasselbe göttliche Wesen. Dies ist so wahr, dass Jesus zu Philippus sagen konnte:
Philippus, weißt du denn nach all der Zeit, die ich bei euch war, noch immer nicht, wer ich bin? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen! Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich euch sage, stammen ja nicht von mir, sondern der Vater, der in mir lebt, wirkt durch mich.
Johannes 14,9-10
Gott hat aber diese Gemeinschaft der perfekten Liebe nicht für sich behalten, sondern Er entschied, die Kleingruppe (der göttlichen Dreieinigkeit) zu öffnen, so dass weitere Menschen daran teilnehmen. So schuf Er die Erde mit allem, was dazu gehört. Er legte auch den Garten Eden an. Und Er nahm Staub und formte Adam; mit einer seiner Rippen schuf Er Eva. Dann setzte Gott die beiden in den Garten Eden zur Pflege. Er besuchte sie jeden Tag, und das stärkte ihre Freundschaft. Leider wurde diese Beziehung durch Sünde zerstört. Aber es bestand die Möglichkeit der Wiederherstellung durch das Kreuz von Jesus. Heute, durch Glauben an Jesus, können wir wieder Teil von Gottes Kleingruppe werden, indem wir mit Ihm Gemeinschaft pflegen, wie auch mit unseren Glaubensbrüdern und -schwestern. Diese Gemeinschaft wird sichtbar und deutlich, wenn wir Gott alleine suchen oder wenn wir es zusammen mit anderen tun. Jesus sagte: „Denn wo zwei oder drei zusammenkommen, die zu mir gehören, bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt. 18,20).
Eine weitere wichtige Kleingruppe in der Geschichte war die, die von Jesus geleitet wurde. Er hatte viele Nachfolger. Jedoch – nach einer Gebetsnacht – wählte Er zwölf von ihnen aus, die um Ihn sein sollten, damit Er sie befähigen konnte, die Arbeit des Reiches Gottes zu tun (Lk. 6,12-13; Mk. 3,13-15). Die Gemeinschaft zwischen Jesus und Seinen Jüngern ist auch heute in der Gemeinde vorhanden. Obwohl Er nicht mehr sichtbar auf der Erde ist, hat Er versprochen, dass Er immer bei uns sein wird bis ans Ende der Zeit (Mt. 28,20). Das geschieht durch den Heiligen Geist, den der Vater zu uns sandte (Joh. 14,16). Wenn wir heute in unseren Kleingruppen zusammenkommen, so ist Jesus – durch den Heiligen Geist – präsent in unserer Mitte.
Wenn wir erst einmal zu Gottes Familie gehören, kann keiner von uns allein und ohne Hilfe die Erwartungen Gottes erfüllen. Obwohl deine Beziehung zu Christus eine ganz persönliche ist, wollte Gott niemals, dass sie ganz privat sei. Genau an diesem Punkt ist jetzt die Gemeinde gefragt. Fast jedes Mal, wenn in der Bibel das Wort „Kirche“ gebraucht wird, bezieht es sich auf eine sichtbare und lokale Gemeinde. Der Text in 1. Kor. 16,19 nennt uns Gemeinden aus mehreren Städten in der Provinz Asien, die Grüße an die Gemeinde in Korinth sandten, und er erwähnt auch die Gemeinde, die sich im Haus von Priscilla und Aquila trafen. Wenn du also wiedergeboren bist, wirst du automatisch ein Teil von Gottes weltweiter Familie, aber du musst auch Mitglied in einer Gemeinde vor Ort werden, und das geschieht durch die Taufe und durch eine Verpflichtung zur Mithilfe am Leben dieser Gemeinde. Der Text in Apg. 2,42-47 ist eine der besten Beschreibungen des gemeinsamen Lebens der Christen.
Lies den Text von Apg. 2,42-47. Was sagt dieser Text über die Kennzeichen einer christlichen Gemeinde aus?
Gemäß Apg. 2,42-47 sind die Kennzeichen, die die Gemeinde oder die Familie Gottes ausmachen, wie folgt:
Hingabe an die Lehre der Apostel – ein umfassendes Studium der Bibel (V. 42)
Abendmahl und/oder Brotbrechen – um dabei zu sein, um Gott zu suchen und um gemeinsam zu essen (V. 42)
Gebetsgemeinschaft (V. 42)
Gottesfurcht – eine Atmosphäre der Ehrfurcht und des Gehorsams Gott gegenüber (V. 43)
Zeichen und Wunder vor Ort (V. 43)
Eintracht trotz Vielfalt (V. 44)
Man teilt großzügig mit Geschwistern in Not (V. 44-45)
Zusammenkünfte auf dem Gelände des Tempels, d.h. große Treffen im Kirchengebäude (V. 46)
Treffen in Hauskreisen, die mit Gott in Verbindung bleiben und auch mal eine gemeinsame Mahlzeit einnehmen (V. 46)
Zusammen Gott anbeten (V. 46)
Einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausüben (V. 47)
Evangelisation (V. 47)
Hattest du Gelegenheit gehabt, eine dieser Kennzeichen zu erleben und wenn ja, welche? Und konntest du am Leben dieser Gemeinde teilnehmen?
Da Kirche eine Familie oder eine Gemeinschaft ist, ist ihr Bestehen davon abhängig, dass Liebe der Antrieb ist. Genau deswegen schrieb der Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus:
Seid stets demütig und freundlich, seid geduldig im Umgang miteinander. Ertragt einander voller Liebe. Bemüht euch, im Geist eins zu sein, indem ihr untereinander Frieden haltet. Ihr sollt alle gemeinsam ein Leib sein und einen Geist haben, weil ihr alle zu einer Hoffnung berufen seid. Es gibt nur einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe, und es gibt auch nur einen Gott und Vater, der über allen steht und durch alle lebt und in uns allen ist.
Epheser 4,2-6
Wir sehen also, dass beides nötig ist: Gottes Kraft und unsere Bemühungen, um eine liebenswerte christliche Gemeinschaft aufzubauen. Die Existenz einer solchen Gruppe hängt davon ab, dass die Teilnehmer einige Verpflichtungen eingehen. Rick Warren sagt, dass neun davon nötig sind. Um zu sehen, worum es geht, mache die folgende Übung:
Aufgabe: Die neun Verpflichtungen zu christlicher Gemeinschaft
Ordne den folgenden Bibelstellen die passende Verpflichtung aus der Liste darunter zu:
1. Joh. 1,7-8 und Jak. 5,16a
1. Kor. 12,25; Röm. 1,12; 12,10 und 14,19
Lk. 3,12; Hebr. 10,33-34 und Hiob 14,19
2. Kor. 2,7 und Lk. 3,13
Eph. 4,15 und Sprüche 24,26
1. Petr. 5,5; Röm. 12,16 und Phil. 2,3-4
Röm. 5,2; Tit. 3,2 und Röm. 12,10
Sprüche 16,28 und Tit. 3,10
Hebr. 10,25 und Apg. 2,46
Die neun Verpflichtungen (in loser Reihenfolge): Wir werden unsere echten Gefühle mitteilen. Wir werden einander ermutigen. Wir werden einander helfen und unterstützen. Wir werden einander vergeben. Wir werden einander in Liebe die Wahrheit sagen. Wir werden unsere Schwäche zugeben. Wir werden Unterschiedlichkeit respektieren. Wir werden NICHT übereinander lästern. Wir werden die Gruppe zu unserer Priorität machen.true