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Changed Lives|Jünger Machen
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Teil 6 von 8

Geschaffen, um Jesus ähnlich zu werden

Von Anfang an war es der Plan Gottes, dich in das Bild Jesu Christi zu verwandeln. Aber zuerst schuf Gott den Menschen nach seinem Ebenbild und ihm ähnlich. Die Bibel sagt in 1. Mose 1,26-27:

Dann sprach Gott: 'Lasst uns Menschen machen zum Abbild von uns, uns ähnlich. Sie sollen über die Fische im Meer herrschen, über die Vögel am Himmel und über die Landtiere, über die ganze Erde und alles, was auf ihr kriecht.' Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bild, als sein Ebenbild schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und Frau.

1. Mose 1,26-27

Gemäß dem Wörterbuch ist Ebenbild z.B. das Spiegelbild im Wasser oder in einem Spiegel. Es ist auch die Repräsentation einer Person oder einer Sache als gemaltes Bild, als Kupferstich oder als Skulptur. In der Physik ist es die Repräsentation eines Objekts bestimmt durch Phänomene der Optik oder die Ausstrahlung dieses Objekts, wenn es reflektiert wird. Schau dich im Spiegel an, was siehst du? Dein Spiegelbild. Das Spiegelbild ist nicht die Person oder die Sache selbst, sondern ein Bild oder eine Repräsentation derselben oder desselben. Der Mensch, im Ebenbild Gottes geschaffen, heißt nicht, dass er Gott ist, aber er hat Charaktereigenschaften von Gott.

Lies Psalm 8,3-8. Was sind einige Charaktereigenschaften Gottes, die der Mensch hat?

Die Bibel macht einige direkte Aussagen darüber, wer Gott ist. Zum Beispiel steht in Johannes 4,24 „Gott ist Geist“. Außerdem steht in 1. Johannes 1,5 und 4,16 „Gott ist Licht“ und „Gott ist Liebe“. Dass der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen wurde, bedeutet, dass er ein geistliches Wesen ist, der einen Körper aus Materie hat, aber einen nicht-materiellen Geist. Das wird aufgezeigt in 1. Mose 2,7. Dort heißt es: „Da formte Gott den Menschen. Er nahm lose Erde vom Ackerboden und hauchte Lebensatem in sein Gesicht. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.“

Da Gott Geist ist und keinen Körper aus Materie hat, der menschliche Körper aber aus Erde geformt wurde, kam sein Geist von Gott selbst, indem er den Menschen anhauchte. So wie Gott moralisch perfekt ist, wurde auch der Mensch moralisch perfekt geschaffen. Er kann mit anderen kommunizieren, er kann denken, fühlen und Entscheidungen treffen. Und er kann göttliches Licht und Liebe widerspiegeln.

Der Mensch wurde als letztes geschaffen und „Gott sah alles an, was er gemacht hatte“ und folgerte daraus: „Es war sehr gut“ (1. Mose 1,31). Der Mensch wurde gut, perfekt und rein geschaffen und in Harmonie mit seinem Schöpfer und der übrigen Schöpfung. Dieser perfekte Zustand und die Harmonie gingen durch den Sündenfall verloren. Die Sünde hat das Ebenbild Gottes in uns beschädigt und verzerrt. Indem der Mensch sündigte, als er das klare Gebot Gottes missachtete, wurden der Mann und die Frau von ihrem Schöpfer, der Quelle des Lebens, getrennt, und sie starben den geistlichen Tod. Außerdem wurden sie von Gott verflucht und begannen ein korruptes Leben, das so weit ging, dass in 1. Mose 6,5ff. steht: „Jahwe aber sah, wie groß die Bosheit der Menschen auf der Erde war, ihr ganzes Denken und Streben, alles, was aus ihrem Herzen kam, war immer nur böse.“

Aber Gott überließ den Menschen nicht sich selbst, sondern sandte Jesus, um das Ebenbild, das verloren ging, wieder herzustellen. Gottes Plan besteht nicht nur darin, die Menschen vor der Hölle zu retten und ihnen den Himmel zu schenken. In Römer 8,29 steht: „Denn Gott hat sie schon vor Beginn der Zeit auserwählt und hat sie vorherbestimmt, seinem Sohn gleich zu werden, damit der Sohn der Erstgeborene unter vielen Geschwistern werde.“ Das Ziel Gottes für uns Menschen ist, umgewandelt zu werden in das Bild Jesu „…der das Bild des unsichtbaren Gottes und der Erste aller Schöpfung ist.“ (Kolosser 1,15). Somit hat er das Ebenbild Gottes wiederhergestellt, das verdorben worden war.

In Römer 8,30 steht: „Und da er sie erwählt hat, hat er sie auch berufen zu ihm zu kommen. Er hat sie gerecht gesprochen und hat ihnen Anteil an seiner Herrlichkeit gegeben.“ Wie aus diesem Vers zu ersehen ist, geschieht das Wiederherstellen von Gottes Ebenbild in uns mittels eines Prozesses (Vorherbestimmung, Berufung, gerecht sprechen und Verherrlichung). Es geschieht also nicht in einem einzigen Augenblick. Diesen Prozess nennen wir Erlösung. Das Problem unserer Sünde und die Konsequenzen daraus werden behandelt. Unsere Erlösung ist also mehr als ein kurzer Moment in der Vergangenheit. Sie geschieht in drei Stufen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Lies die drei folgenden Bibelverse:

Schäme dich also niemals, vor anderen Menschen unseren Herrn zu bezeugen. Und schäme dich auch nicht für mich, obwohl ich für Christus im Gefängnis bin. Sei vielmehr durch die Kraft, die Gott dir gibt, bereit, gemeinsam mit mir für die Verbreitung der guten Botschaft zu leiden. Gott hat uns erlöst und berufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern weil er schon lange, bevor es die Welt gab, entschieden hatte, uns durch Christus Jesus seine Gnade zu zeigen.

1. Timotheus 1,8-9

Ich weiß, wie unsinnig die Botschaft vom Kreuz in den Ohren derer klingt, die verloren gehen. Wir aber, die gerettet sind, erkennen in dieser Botschaft die Kraft Gottes.

1. Korinther 1,18

Und da wir durch das Blut von Christus in Gottes Augen gerecht gesprochen worden sind, ist sicher, dass Christus uns vor dem Gericht Gottes bewahren wird. Wir sind ja durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. Dann werden wir erst recht jetzt, wo wir seine Freunde geworden sind, durch das Leben von Christus gerettet werden.

Römer 5,9-10

Die obigen Verse behandeln unsere Erlösung. Aber wie unterscheiden sie sich? Obwohl sie alle Errettung erwähnen, geht es um verschiedene Zeiten. Im ersten Vers heißt es, dass Gott „uns erlöst hat“ = Vergangenheit. Im zweiten steht: „gerettet sind“ = Gegenwart. Und im dritten Vers heißt es: „gerettet werden“ = Zukunft. Das bedeutet, dass unsere Erlösung nicht eine einmalige Erfahrung ist. Wir siegen nicht mit einem Schlag über die Sünde und ihre Konsequenzen. Unser Sieg über die Sünde ist ein Prozess, der einen Anfang, ein Fortdauern und ein Ende hat. Oder man könnte auch sagen: Eine Einleitung, eine Entwicklung und eine Vollendung. Lasst uns jetzt jede einzelne Stufe betrachten.

1. Die Errettung in der Vergangenheit – wir wurden gerettet

Jeder Gläubige, der Jesus vertraut, wurde von der Sünde errettet. Aber von welchem bestimmten Aspekt? Die Bibel sagt: „Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr.“ (Römer 8,1); und Römer 5,1 sagt: „Da wir nun durch den Glauben von Gott gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch das, was Jesus, unser Herr, für uns tat.“

Ein Mensch, der an Christus glaubt, ist errettet und kann nicht mehr für seine Sünde verdammt werden, er hat Frieden mit Gott. Die Bibel nennt das Rechtfertigung. Das Wort stammt aus der römischen Rechtsprechung. Nur ein Richter war bevollmächtigt, eine Person gerecht zu sprechen oder eben nicht, d.h. ihn als gerechtfertigt oder verdammt zu erklären. Weil Jesus gestorben ist, erklärt Gott, der höchste Richter, jeden, der an Jesus glaubt, als gerecht, d.h. er kann nicht mehr verurteilt werden und ist vom Tod befreit. Das ist ein einmaliger Akt, einmal geschehen und für immer gültig. Dieser Mensch, der wahrhaftig an Jesus glaubt, wurde von Gott gerecht gesprochen und ist für alle Zeit frei von der Verurteilung der Sünde.

2. Die Errettung in der Gegenwart – wir sind errettet

Jeder Gläubige kann wegen seiner Sünde nicht mehr verdammt werden, aber er ist auch noch auf eine andere Weise gerettet. Die Bibel sagt: „Deshalb haltet daran fest: ihr seid für die Sünde tot und lebt nun durch Jesus Christus für Gott! Lasst nicht die Sünde euer Leben beherrschen; gebt ihrem Drängen nicht nach.“ (Römer 6,11-12) und „Von uns allen wurde der Schleier weggenommen, so dass wir die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel sehen können. Und der Geist des Herrn wirkt in uns, so dass wir ihm immer ähnlicher werden und immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegeln.“ (2. Korinther 3,18).

Derjenige, der mit Jesus lebt, wird fortlaufend von der Herrschaft der Sünde erlöst. Die Bibel nennt das Heiligung. Das ist der Prozess, durch den der Gläubige in das Bild und die Ähnlichkeit Jesu verwandelt wird. Rechtfertigung ist auf der einen Seite ein einmaliger Akt, für immer gültig, während Heiligung andererseits allmählich geschieht, sie wird Schritt für Schritt vollendet.

3. Die Errettung in der Zukunft – wir werden errettet

Jeder Gläubige wurde errettet von der Verdammnis der Sünde, ebenso von der Herrschaft der Sünde, aber ein Aspekt der Errettung steht noch aus. Die Bibel sagt: „Und in seiner großen Macht wird er euch durch den Glauben beschützen, bis ihr das ewige Leben empfangt. Es wird am Ende der Zeit für alle sichtbar offenbart werden.“ (1. Petrus 1,5). Und Paulus schrieb an die Korinther:

Aber lasst mich euch ein wunderbares Geheimnis sagen, das Gott uns offenbart hat. Nicht jeder von uns wird sterben, aber wir werden alle verwandelt werden. Das wird in einem kurzen Moment geschehen, in einem einzigen Augenblick, wenn die letzte Posaune ertönt. Beim Klang der Posaune werden die Toten mit einem unvergänglichen Körper auferstehen, und wir Lebenden werden verwandelt werden, so dass wir nie mehr sterben. Denn unser vergänglicher irdischer Körper muss in einen himmlischen Körper verwandelt werden, der nicht mehr sterben wird. Wenn dies geschieht – wenn unsere vergänglichen irdischen Körper in unvergängliche, himmlische Körper verwandelt sind – dann wird sich das Schriftwort erfüllen: 'Der Tod wurde verschlungen vom Sieg.'

1. Korinther 15,51-54

Der Gläubige wird in seinem Leben auch von der Gegenwart der Sünde errettet werden und seine Errettung wird dann vollständig sein. Die Bibel nennt das Verherrlichung und es wird geschehen, wenn Jesus wiederkommt. Wenn Rechtfertigung ein einmaliger Akt ist und die Heiligung sich allmählich vollzieht, so geschieht die Verherrlichung auch einmalig, und damit ist der Prozess der Errettung der Gläubigen abgeschlossen.

Also, unser Sieg über die Sünde ist ein Prozess mit einem Anfang, einer Fortführung und einem Ende. Die Einleitung ist die Rechtfertigung, die Fortführung ist die Heiligung, und das Ende ist die Verherrlichung. Um sich das besser einprägen zu können, folgt eine Zusammenfassung:

Die drei Schritte der Errettung

  • Vergangenheit: Wir wurden errettet – Sünde ist verurteilt – Rechtfertigung – ein einmaliger Akt.

  • Gegenwart: Wir sind errettet – von der Herrschaft der Sünde – Heiligung – eine allmähliche Änderung.

  • Zukunft: Wir werden errettet – von der Gegenwart der Sünde – Verherrlichung – geschieht augenblicklich.

Also, wie sollten wir demnach leben? Das christliche Leben ist ein Wettlauf mit einem Startpunkt (Rechtfertigung), mit dem Wettlauf selbst (Heiligung) und dem Ziel (Verherrlichung). Da wir bereits an den Start gegangen sind und uns bereits im Rennen befinden, müssen wir drei sehr wichtige Punkte beachten:

  1. Wir sollten uns nicht davor fürchten, wegen der Sünde verdammt zu werden, besonders dann, wenn wir gerade sündigen. Es ist doch schließlich so, dass – wenn wir an Jesus glauben – wir gerecht gesprochen sind und nicht mehr verdammt werden können. Das gilt natürlich nur, wenn wir wahrhaftig mit Jesus leben.

  2. Wir sollten uns nicht so sehr daran stoßen, dass die Sünde immer wieder ihr Haupt erhebt, besonders dann, wenn wir gerade sündigen. Schließlich sind wir ja noch nicht verherrlicht und können deshalb immer noch zur Sünde versucht werden.

  3. Die Sicherheit und die Erwartung der Errettung sind aber keine Entschuldigung zum Sündigen. Motiviert dadurch müssen wir die Herrschaft der Sünde in unserem Leben brechen, d.h. der Heiligung nachjagen. Da wir Jesus als unser großes Vorbild haben, müssen wir in diesem Rennen durchhalten. Wenn wir in Sünde fallen, sollten wir wieder aufstehen, uns reinigen lassen und weiterlaufen.

Nachdem das gesagt ist, stellt sich die Frage: Wie können wir in der Heiligung Fortschritte machen, also uns in unserer Errettung weiterentwickeln?

Liebe Freunde, als ich bei euch war, habt ihr meine Anweisungen immer treu befolgt. Jetzt, in meiner Abwesenheit, müsst ihr noch mehr darauf achten, dass Gottes Liebe in eurem Leben sichtbar wird. Deshalb gehorcht Gott voller Achtung und Ehrfurcht.

Philipper 2,12

Anmerkung des Übersetzers: Die Übersetzung nach Luther ist hier viel treffender: „Also, meine Geliebten, wie ihr immer gehorsam gewesen seid, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern auch jetzt viel mehr in meiner Abwesenheit, schafft, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.“

Heiligung ist ein Prozess, in dem Gott in Partnerschaft mit dem Gläubigen arbeitet, aber auch andere wichtige Elemente des christlichen Glaubens spielen eine Rolle. Jesus z.B. war ganz Gott und ganz Mensch; die Bibel wurde von Menschen geschrieben, aber ihre Worte wurden vom Heiligen Geist eingegeben. Die Errettung empfangen wir durch Gottes Gnade, aber sie muss im Glauben angenommen werden. Gott gibt dem Menschen die Kraft, ein heiliges Leben zu führen (Galater 5,16; Epheser 5,18-20), aber es ist die Aufgabe des Menschen, diese Kraft zu nutzen, um die Heiligung zu erlangen (Hebräer 12,1-4).

Heiligung ist ein Prozess in drei Schritten:

  1. Sünde erkennen (Traurigkeit, Demut und Zerbruch). Der Heilige Geist überführt uns von Sünde, dass wir sie klar erkennen (Johannes 16,8 und 2. Samuel 12,1-12).

  2. Sünde bekennen (2. Samuel 12,13). Die Bibel spricht von zwei Arten von Bekennen: zu Gott (1. Johannes 1,9) und zum Nächsten (Jakobus 5,16). Die Bedeutung des Bekennens liegt in der Kraft der Worte, die gesprochen werden. Hier einige Beispiele: Gott schuf alles, das existiert, durch sein gesprochenes Wort. Jesus verfluchte einen Feigenbaum, der kraft seines Wortes verdorrte. Wenn eine Sünde bekannt ist, dann ist die Schuld getilgt und der Fluch aufgehoben (1. Johannes 1,9; Jakobus 5,16).

  3. Sünde bereuen (verändertes Denken, neues Verhalten, 2. Korinther 7,8-11). In Epheser 4,22-24 wird uns Schritt für Schritt der Prozess der echten Reue aufgezeigt: (a) Dein altes Ich ablegen (V. 22); (b) Dein Denken erneuern (V. 23); (c) Den neuen Menschen anziehen (V. 24).

Um uns zu verändern, benutzt Gott Sein Wort, andere Menschen und die Umstände, in denen wir leben. Das Wort Gottes lässt uns die Wahrheit erkennen, damit wir wachsen können. Andere Gläubige unterstützen uns im Wachstum. Unser Umfeld gibt uns die Möglichkeit, die Eigenschaften Jesu in der Praxis umzusetzen.

Um in das Bild Jesu umgewandelt zu werden, bedarf es eines langsamen und langen Prozesses. Geistliche Reife gibt es nicht sofort und auch nicht automatisch, sondern sie ist eine Entwicklung, die bis ans Ende deines Lebens fortdauert. Warum dauert es so lange?

  • Wir sind langsam im Lernen.

  • Wir müssen vieles umlernen.

  • Wir fürchten uns davor, die Wahrheit über uns selbst demütig anzuerkennen.

  • Erwachsenwerden ist fast immer mit Schmerzen und Angst verbunden.

  • Gewohnheiten brauchen Zeit, sich zu entwickeln.

Keine Eile! Glaube einfach, dass Gott in deinem Leben an der Arbeit ist, auch wenn du es nicht fühlst. Schreibe dir in einem Notizbuch auf, welche Lektionen du bereits gelernt hast. Sei geduldig mit Gott und mit dir selbst. Und lass dich nicht entmutigen!