Der Missionsbefehl - Macht zu Jüngern
1. Der Missionsbefehl
Macht zu Jüngern
Gott ist nicht damit zufrieden, dass wir für uns selbst das neue Leben in Christus entdecken und ein erfülltes Leben führen. Das könnte uns dazu verführen uns nur um uns selbst zu drehen. Er möchte, dass unser Leben ansteckend ist. Das Wort „anstecken“ hat zunächst eine negative Bedeutung. Ein Wörterbuch definiert „Ansteckung“ folgendermaßen: „Übertragung einer Krankheit durch unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt“. Man kann dieses Wort aber auch positiv verstehen. Gott möchte, dass wir die Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen, mit neuem Leben „infizieren“. Denn Gott möchte nicht nur ein paar wenigen Menschen das neue Leben schenken, sondern allen.
Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; er möchte vielmehr, dass alle zu ihm umkehren.
2. Petrus 3,9
Deshalb kam Jesus in unsere Welt. Er kam in diese Welt und starb für uns, um uns das neue Leben zu schenken. Darum sagte er:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
Johannes 12,24
Er ist das Weizenkorn, das in die Erde fiel, gestorben ist und dadurch viel Frucht hervorgebracht hat. Nun wünscht er sich von seinen Nachfolgern, dass sie sich genauso wie er verhalten. Deshalb sagte er ihnen, bevor er in den Himmel auffuhr:
Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.
Matthäus 28,18-20
Diese Verse sind die Grundlage für den vorliegenden Schulungskurs. In jeder Lektion werden wir tiefer verstehen, was diese Verse bedeuten. Aus diesem Grund müssen wir gleich jetzt eine Sache richtigstellen. In der deutschen Übersetzung von Matthäus 28,18-20 kommen vier Befehle vor: „Geht“, „macht zu Jüngern“, „tauft“ und „lehrt“. Aber im griechischen Original steht nur ein Befehl: „Macht zu Jüngern“. Die anderen Verben sind Partizipien, keine Befehle. Eine bessere Übersetzung wäre: „indem ihr hingeht, macht zu Jüngern ..., dadurch, dass ihr tauft und lehrt“. Der Befehl von Jesus ist also nicht: „Geht hin“, sondern „Macht zu Jüngern!“. Das Hingehen ist nur die Voraussetzung, um zu Jüngern zu machen.
Diesen Befehl können also nicht nur Missionare erfüllen, die in ein anderes Land gehen. Die ganze Gemeinde ist dazu aufgefordert, diesen Befehl unseres Herrn zu erfüllen.
Das Wort „Jünger“ bedeutet „Schüler“, „Student“ oder „Auszubildender“. Biblisch gesehen meint es einen Jesus-Nachfolger, einen, der ihm hinterhergeht und in seinen Fußspuren läuft. Petrus und Johannes schrieben:
Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt
1. Petrus 2,21
Wer von sich sagt, er sei mit ihm verbunden und bleibe in ihm, der ist verpflichtet, so zu leben, wie Jesus gelebt hat.
1. Johannes 2,6
Jünger zu machen heißt also, Leute dazu zu bringen, ihren eigenen Weg zu verlassen und Jesus nachzuahmen.
Wenn wir einen Befehl erhalten, wie „Macht zu Jüngern“, dann schießt uns sofort die Frage durch den Kopf: „Wie soll ich das anstellen?“; „Wie kann ich Jünger machen?“ Die Antwort wird uns mit den drei anderen Verben im Text gegeben: Hingehen, Taufen und Lehren zu gehorchen. Um was geht es beim „Hingehen“? Zu den Leuten gehen und ihnen das Evangelium bringen: also Evangelisation. Und Taufen? Die Taufe ist das äußere Zeichen, dass sich jemand zum Evangelium bekehrt: also die Bestätigung der Bekehrung. Lehren meint, eine Person dahin zu führen, das Evangelium zu praktizieren: das ist Jüngerschaft.
In dem Kurs, den wir heute starten, werden wir lernen, wie wir Jünger machen, nämlich durch Evangelisation, Befestigung und Jüngerschaft. Deshalb werden wir die einzelnen Schritte in jeder Phase lernen und auch die Ziele jeder dieser Phasen. Die folgende Übersicht gibt eine Idee davon:
Die drei Phasen: Hingehen, Taufen, Lehren zu Gehorchen
Hingehen – Phase: Evangelisation Schritte: 1. Evangelisation, 2. Aufruf, 3. Entscheidung Ergebnis: eventuell eine Entscheidungskarte
Taufen – Phase: Festigung Schritte: 4. erster Kontakt, 5. Festigung, 6. Taufe Ergebnis: Gemeindemitgliedschaft
Lehren zu Gehorchen – Phase: Jüngerschaft Schritte: 7. Jüngerschaft, 8. Training, 9. Aussendung Ergebnis: Leiter einer Zellgruppe
Jede Phase hat ihre Schritte, die zu einem Ergebnis führen. Wenn ein Ergebnis erreicht ist, beginnt die nächste Phase. All das mit dem einen Ziel: Jünger zu machen. Lasst uns ein bisschen darüber reden.
Ein Jünger ist jemand, der dem Meister nachfolgt. So sollte unsere Beziehung zu Jesus aussehen: Wir müssen ihm nachfolgen und ihn in allem nachahmen. Er selbst sagte folgendes:
Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein.
Johannes 12,26
Das heißt aber auch: Als Jünger von Jesus haben wir den Befehl empfangen, andere zu Jüngern zu machen. Das heißt, wir bringen andere Menschen dazu, unserem Meister nachzufolgen.
Der Befehl von Jesus, Jünger zu machen, ist von einer Vision motiviert. Gott hat eine Vision, und deshalb gab Jesus seinen Jüngern die Mission, andere zu Jüngern zu machen. Bill Hybels beschreibt „Vision“ so: „Vision ist ein Bild von der Zukunft, das Leidenschaft hervorruft.“ Eine Vision hat also gar nichts mit der Gegenwart oder der Vergangenheit zu tun. Eine Vision handelt von der Zukunft, von etwas, was noch erreicht werden soll.
Was hat Gott auf dem Herzen, was bis jetzt noch nicht erreicht ist? Das Buch der Offenbarung zeigt uns die Antwort. Dort steht geschrieben:
Danach sah ich eine riesige Menschenmenge aus allen Stämmen und Völkern, Menschen aller Sprachen und Kulturen; es waren so viele, dass niemand sie zählen konnte. In weiße Gewänder gehüllt, standen sie vor dem Thron und vor dem Lamm, hielten Palmzweige in den Händen
Offenbarung 7,9
Die Vision, die Gott erreichen möchte, ist eine große Volksmenge, die niemand zählen kann, Menschen von allen Ecken der Erde, versöhnt mit Gott durch Jesus. Dieses Bild der Zukunft erweckt in seinem Herzen eine Leidenschaft. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, hat Gott immer wieder in die Geschichte eingegriffen.
Als Jesus den Missionsbefehl gab, erwartete er von seinen Jüngern, dass sie von derselben Leidenschaft getrieben mit Gott zusammenarbeiten, um diese große Volksmenge entstehen zu lassen. Denn bis jetzt ist diese Vision noch nicht Wirklichkeit geworden. In Zukunft wird es eine große Volksmenge geben, die weiße Gewänder trägt, aber heute sehen wir eine große Menge „Schafe ohne Hirten“. Die große Herausforderung ist, diese große Masse der Verlorenen in die „Herde von Jesus“ zu verwandeln.
Die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte Jesus zu ihnen: »Kommt, wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt.« Denn es war ein ständiges Kommen und Gehen, sodass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. Sie fuhren also mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. Aber man beobachtete sie bei der Abfahrt, und vielen war klar, wohin sie wollten. Da kamen die Leute aus allen umliegenden Ortschaften angelaufen und waren so auf dem Landweg noch vor ihnen dort. Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, ergriff ihn tiefes Mitgefühl, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Er nahm sich darum viel Zeit, sie zu lehren. Es wurde spät, und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: »Wir sind hier an einem einsamen Ort, und es ist schon spät. Schick die Leute fort, dann können sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.« Jesus erwiderte: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« Da sagten sie zu ihm: »Das würde ja bedeuten, dass wir für zweihundert Denare Brot kaufen müssten, damit wir allen zu essen geben können!« – »Wie viele Brote habt ihr?«, fragte er zurück. »Geht und seht nach!« Sie taten es, kamen wieder zu ihm und sagten: »Fünf, und außerdem zwei Fische.« Da wies Jesus die Jünger an, dafür zu sorgen, dass die Leute sich alle gruppenweise ins Gras setzten. Als sie sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig gelagert hatten, nahm Jesus die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und dankte Gott dafür. Dann brach er die Brote in Stücke und gab sie seinen Jüngern, damit diese sie an die Menge verteilten. Auch die zwei Fische ließ er unter alle verteilen. Und alle aßen und wurden satt. Am Schluss sammelte man auf, was von den Broten und Fischen übriggeblieben war – zwölf Körbe voll. Die Zahl der Männer, die von den Broten gegessen hatten, belief sich auf fünftausend.
Markus 6,30-44
In Vers 30 erfahren wir, dass sich Jesus mit seinen Jüngern traf, damit sie ihm davon berichten konnten, was sie kurz zuvor erlebt hatten. Jesus hatte sie ausgesendet, um das Evangelium zu verkündigen, Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen. Davon lesen wir in Markus 6,6-13. Und nun kamen sie zurück und erzählten ihm alles, was sie erlebt hatten.
Zur selben Zeit kamen so viele Leute zu Jesus und seinen Jüngern, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten. Die Jünger kamen von einem anstrengenden Einsatz zurück und sehnten sich nach Ruhe, aber die Menschen drängten auf sie ein mit all ihren Nöten. Jesus zog sich daraufhin mit seinen Jüngern an einen einsamen Ort zurück, um ihnen die wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Aber einige Leute kannten eine Abkürzung und waren noch vor Jesus und seinen Jüngern an diesem Ort. Als Jesus und die Jünger aus dem Boot stiegen, wartete dort schon eine große Volksmenge.
Wenn du Jesus gewesen wärest, wie hättest du auf diese große Volksmenge reagiert? Wie hat Jesus reagiert?
Als Jesus diese große Volksmenge sah, war er von tiefem Mitgefühl erfüllt, obwohl er selbst müde und hungrig war. Er sah, wie verzweifelt, bedürftig und verlassen diese Menschen waren. Deshalb war er bereit, bis spät am Abend zu dieser Menge zu reden.
Was war die Reaktion der Jünger, als sie diese große Menge sahen?
Als sie diese Menge sahen und feststellten, dass es schon spät am Tag war und sie sich an einem einsamen Ort befanden, „rochen“ sie Probleme. Sie schlugen Jesus vor, die Leute nach Hause zu schicken, damit sie etwas zu essen bekommen würden. Aber Jesus schätzte die Situation anders ein. Überraschenderweise sagte er zu seinen Jüngern: „Gebt ihr ihnen etwas zu essen.“
Was war der Konflikt zwischen Jesus und seinen Jüngern in diesem Moment?
Jesus sah viele Leute, denen man helfen sollte. Die Jünger aber sahen nur viele Probleme, die man lösen musste. Jesus wollte Menschen helfen, aber die Jünger wollten ihre eigenen Probleme lösen. Schließlich waren sie ja selbst sehr hungrig. Wie konnte Jesus in dieser Situation von ihnen verlangen, nachdem sie so viel gearbeitet hatten, dass sie jetzt auch noch diese Menschenmenge mit Essen versorgen sollten?
Jesu Herausforderung offenbarte das Herz der Jünger. Sie begannen zu rechnen, wieviel es kosten würde, diese Volksmenge mit Essen zu versorgen. Das Ergebnis war: 200 Denare, also der Verdienst von 200 Arbeitstagen. Die Frage kam auf: „Sollen wir wirklich so viel Geld ausgeben, um so viele Menschen satt zu machen?“ Für die Jünger war dieser Preis zu hoch, um so viele Menschen zu versorgen, denn diese Menge hatte in ihren Augen nur einen geringen Wert.
Aber bei Jesus zählen andere Werte, die Werte des Reiches Gottes, des Reiches, das er dabei war aufzurichten. Er steigerte die Herausforderung an die Jünger noch einmal, indem er sie fragte: „Wieviel Brot habt ihr? Findet das heraus.“ Sie fanden heraus, dass sie 5 Brote und 2 Fische hatten. Der Apostel Johannes nennt noch ein weiteres Detail dieser Geschichte. Er schreibt, dass Andreas sagte:
Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele Menschen?
Johannes 6,9
Die Jünger fanden das Brot, weil dort ein Junge war. Wieso hatte dieser Junge das Essen mit? Die Bibel gibt uns keine Antwort, aber wir können ja mal spekulieren. Stell dir diesen Jungen vor, als er daheim bei seiner Mutter war. Vielleicht war sein Name Benjamin. Plötzlich hört er, wie Leute rennen und schreien. Er geht mit seiner Mutter aus dem Haus, um zu sehen, was gerade los ist. Sie erfahren, dass Jesus mit seinen Jüngern in einem Boot ans andere Ufer fährt und dass viele Menschen auf dem Landweg vor ihnen dort sein wollen. Der Junge möchte natürlich auch mit den anderen Menschen dorthin gehen und bettelt, dass seine Mutter ihn gehen lässt. Die Mutter erlaubt es ihm schließlich, aber nur, wenn er etwas zu essen mitnimmt. Sie gibt ihm eine Tagesration mit Essen mit: zwei kleine Fische und fünf Fladenbrote.
Der Junge verlässt das Haus mit seiner Verpflegung und folgt der Menschenmenge. Er kommt an die Stelle, wo Jesus mit seinen Jüngern aus dem Boot steigt, und lauscht gebannt seinen Worten. Die Zeit vergeht so schnell, dass er gar nicht bemerkt, dass die Sonne fast am Untergehen ist. Jesus redet inzwischen nicht mehr mit der Menge, sondern scheint mit seinen Jüngern zu diskutieren. Kurz danach kommt ein Mann auf ihn zu und fragt: „Was hast du da in deiner Tasche?“ „Fünf Brote und zwei Fische“, antwortet der Junge. „Komm mit mir, der Meister braucht dich.“
Sie gingen gemeinsam zu Jesus und sagten: „Herr, dieser Junge hier hat fünf Brote und zwei Fische.“ Als Jesus diese Zahl hörte, befahl er seinen Jüngern, dafür zu sorgen, dass sich die Volksmenge in Gruppen von 50 und 100 Leuten hinsetzt. Dann bat er den Jungen freundlich, ihm seine Verpflegung zu geben. Und erstaunlicherweise gab ihm der Junge alles, was er hatte. Jesus nahm das Essen, dankte Gott dafür und gab es seinen Jüngern, damit sie es an alle Menschen austeilen sollten.
Als das Essen in Stücke gebrochen wurde, vermehrte es sich auf wundersame Weise. Jeder in der tausendköpfigen Menschenmenge erhielt ein Stück Brot und Fisch und wurde davon satt. Als alle Menschen satt waren, sammelten die Jünger das ein, was übrigblieb: Sie füllten 12 Körbe – für jeden Jünger einen. Jeder war erstaunt und zufrieden. Jesus gab dem Jungen seine Tasche zurück mit mehr Brot und mehr Fisch, als vorher darin waren. Benjamin nahm voller Staunen die Tasche und rannte zurück zu seiner Mutter, um ihr alles zu erzählen. Von dieser Geschichte können wir einige wichtige Prinzipien lernen für unser Leben als Männer und Frauen, die Jesus dazu berufen hat, den Missionsbefehl zu erfüllen:
1. Die Mission erfordert Mitgefühl
Jesus schaute auf die Volksmenge mit Mitgefühl – und das motivierte ihn, den Menschen zu dienen. Auch andere Bibeltexte zeigen uns dasselbe Mitgefühl: Matthäus 20,34, Markus 1,41 und 8,2. Dasselbe Mitgefühl sollte uns antreiben, den Missionsbefehl zu erfüllen. Wir müssen die Menschen sehen, wie sie wirklich sind: Schafe ohne einen Hirten. Jesus ist der gute Hirte (Johannes 10,11-14), er ist die einzige Hoffnung für sie.
2. Die Mission erfordert Verantwortungsgefühl
Bevor die Jünger versuchten, sich aus der ganzen Affäre zu ziehen, sagte Jesus zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Markus 6,37). Damit gibt Jesus ihnen die Verantwortung für die Bedürfnisse der anderen Menschen und diese nicht auf jemand anders zu schieben. Um unsere Mission zu erfüllen, ist es wichtig, dass wir uns unserer Verantwortung bewusstwerden. Dieses Verantwortungsbewusstsein führte Paulus dazu, zu sagen, als sich Leute gegen das Evangelium stellten:
Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn das Gericht Gottes über euch hereinbricht! Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab wende ich mich an die Nichtjuden.
Apostelgeschichte 18,6
Bewegt von der Pflicht, den Missionsbefehl zu erfüllen, hat er sich bis zur Erschöpfung hingegeben, das Evangelium zu verkündigen. Aber wenn Menschen das Evangelium ablehnten, fühlte er sich frei, zu anderen zu gehen. In gleicher Weise sollten wir unserer Verantwortung nachkommen, die Menschen in unserem Umfeld mit dem Evangelium zu erreichen, und nicht annehmen, dass andere das für uns tun werden.
3. Die Mission erfordert Opferbereitschaft
Obwohl er müde und hungrig war, diente Jesus den Menschen und erwartete von seinen Jüngern, dass sie dasselbe tun würden. Sie hatten eine Ruhezeit verdient, aber die Mission erforderte ein Opfer. Der Apostel Paulus schrieb an die Korinther und die Galater:
Ich jedenfalls bin bereit, für euch und euer Wohlergehen mit größter Freude jedes erdenkliche Opfer zu bringen, ja sogar mich selbst aufzuopfern.
2. Korinther 12,15
Meine Kinder, es ist, als müsste ich euch ein zweites Mal zur Welt bringen. Ich erleide noch einmal Geburtswehen, bis Christus in eurem Leben Gestalt annimmt.
Galater 4,19
Jesus selbst ist ein noch größeres Vorbild an Opferbereitschaft. Er starb für uns am Kreuz, damit alle Menschen ewiges Leben haben könnten. Deshalb sollten wir willig sein, uns selbst aufzuopfern, damit die Mission erfüllt wird.
4. Die Mission erfordert eine Strategie
Jesus vermehrte Brot und Fisch, und eine Menge von mehr als zehntausend Leuten wurde satt. Wie kamen das Brot und der Fisch zu all den Menschen? Jesus befahl seinen Jüngern, die große Menge in Gruppen zu fünfzig und hundert einzuteilen und sich ins Gras zu setzen. Durch diese einfache Strategie war es möglich, dass das Brot bis zum Letzten in der Volksmenge gelangte. Nicht nur das, Jesus befahl auch, dass die Essensreste eingesammelt werden sollten. Wie Jesus, brauchen wir eine Strategie, damit das Brot des Lebens zu den Menschen kommt. Die erfolgreichste Strategie heutzutage und im Verlauf der gesamten Kirchengeschichte, und sogar in der Geschichte, die wir gerade gelesen haben, ist die Kleingruppe. Durch Zellgruppen, die über ganze Städte und Regionen verteilt sind, haben Gemeinden auf der ganzen Welt das Evangelium zu Millionen von Menschen verbreitet. So etwas könnte ein einzelner Pastor oder Missionar niemals erreichen.
5. Die Mission hat einen Lohn
Als die Jünger sich zur Verfügung stellten, um der Volksmenge zu dienen, für sie Essen zu finden, es auszuteilen und die Reste einzusammeln, wurden sie reich belohnt. Dieser Text sagt uns, dass 12 Körbe voll mit Brot und Fisch waren. Was passierte mit diesen Körben? Da es zwölf Jünger waren, können wir annehmen, dass jeder von ihnen einen Korb bekam. In der Bibel finden wir mehrere Texte, die von Lohn reden. Einer von ihnen redet über den Lohn für die Mission:
Der aber pflanzt und der begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit. (...) Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.
1. Korinther 3,8.14
Wenn du einer von den Jüngern Jesu gewesen wärest und du hättest gehört, wie er zu dir sagt: „Gebt ihr ihnen etwas zu essen“, was wäre deine Reaktion gewesen? Das ist tatsächlich ein Befehl, den Jesus uns heute gibt. Da gibt es eine große Menge hungriger Schafe, ohne Hirten. Die brauchen Nahrung und Hilfe. Jesus sieht sie mit Mitgefühl und hat das Verlangen, ihnen zu helfen. Aber dazu erwartet er die Hilfe seiner Jünger.
Wie wirst du reagieren?