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Changed Lives|Jünger Machen
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Teil 4 von 5

Lehren zu gehorchen: Jüngerschaft

Jüngerschaft

Dieser Abschnitt ist der Jüngerschaft gewidmet. Wie bereits zuvor besprochen, umfasst diese letzte Phase drei wesentliche Schritte: Jüngerschaft, Training und Aussendung. Das letztendliche Ziel ist die Befähigung zur Leitung einer Zellgruppe. In Matthäus 28,18-20 wird die Bedeutung der Jüngerschaft in folgenden Worten dargelegt: „…lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Schauen wir uns das mal genauer an.

1. Jüngerschaft heißt: Lehren

Was sind die wichtigsten Dinge, die wir beim Jünger machen weitergeben müssen? Vermutlich würden wir alle ganz unterschiedliche Schwerpunkte legen. Einige würden vielleicht einen Schwerpunkt auf eine Vision für die Weltmission legen, andere auf das Wort Gottes, andere auf Gebet. Wichtig ist, dass all diese Themen wichtig sind, aber bei Jüngerschaft geht es nicht um einzelne Themen, es geht um einen ganzheitlichen Lehrplan. Edmund Chan spricht in seinem Buch von 8 Kernfeldern von Jüngerschaft. Hier ist eine Übersicht dieser 8 Kernfelder:

    Biblische Theologie – Wer ist Gott?

    Biblische Loyalität – Wer ist mein Herr und Meister?

    Biblische Identität – Wer bin ich?

    Biblische Bestimmung – Wozu bin ich berufen?

    Biblische Werte – Was ist das Wichtigste in meinem Leben?

    Biblische Prioritäten – Welche Dinge gehören an die erste Stelle?

    Biblische Befähigung – Wie werde ich befähigt?

    Biblische Fundamente – Auf was soll mein Leben gegründet und ausgerichtet sein?

(Quelle: Chan, Edmund. Roots and Wings: An Integrative Bible Study for Discipleship. 2014. Covenant Evangelical Free Church, Singapore.)

Als „Jünger Macher“ ist es wichtig, sich auf diese 8 Kernfelder zu konzentrieren, um geistliches Wachstum und Jüngerschaft in Menschen zu fördern. Dabei sollte man darauf vertrauen, dass der Heilige Geist in den Gesprächen den aktuellen Schwerpunkt für die jeweilige Person herausarbeitet, wie es in Johannes 14,26 erwähnt wird. Eins ist sehr wichtig: Je besser wir unser eigenes Leben nach den biblischen Wahrheiten ausrichten und sie leben, desto klarer und authentischer können wir die Wahrheiten weitergeben.

Jüngerschaft wird durch Lehren erreicht, bei dem eine Person Wissen, das sie bereits besitzt, an eine andere Person weitergibt, die dieses Wissen noch nicht hat. Dieser Prozess wird von Paulus in seiner Unterweisung an seinen Jünger Timotheus behandelt.

Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit die von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren

2. Timotheus 2,2

In diesem Prozess der Wissensvermittlung stellen sich zwei wesentliche Herausforderungen für denjenigen, der jemanden zu einem Jünger macht:

  1. Er muss selbst über das erforderliche Wissen verfügen, und

  2. gleichzeitig in der Lage sein, es so zu vermitteln, dass es für die andere Person verständlich ist.

Die erste Herausforderung besteht darin, über das erforderliche Wissen zu verfügen. Man kann nur das weitergeben, was man selbst besitzt. Im Fall von Timotheus konnte er dieses Wissen nur deshalb an vertrauenswürdige Personen weitergeben, weil er es zuvor von Paulus gehört hatte. Paulus wiederum konnte es an Timotheus weitergeben, weil er es von jemand anderem erhalten hatte.

Zweimal schrieb Paulus in seinem Brief an die Korinther:

Denn ich selbst habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch weitergegeben habe.

1. Korinther 11,23

Zu dieser Botschaft, die ich so an euch weitergegeben habe, wie ich selbst sie empfing.

1. Korinther 15,3

Was Paulus an andere weitergegeben hat, hat er zuerst von Jesus erhalten. In seinem ersten Brief schrieb der Apostel Johannes:

Es war von Anfang an da; wir haben es gehört und mit eigenen Augen gesehen; wir haben es angeschaut und mit unseren Händen berührt: das Wort des Lebens. Ja, das Leben ist erschienen. Das können wir bezeugen. Wir haben es gesehen und verkündigen es euch: das ewige Leben, das beim Vater war und bei uns sichtbar geworden ist. Und was wir selbst gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, denn wir möchten, dass ihr mit uns verbunden seid. Und die Gemeinschaft, die uns verbindet, ist zugleich Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

1. Johannes 1,1-3

Johannes zeigt uns deutlich, dass er und die anderen Apostel nur das verkündigten, was sie selbst gehört, gesehen, betrachtet und berührt haben. Das ist das, was sie als das ewige Leben erfahren haben. Seine Aussagen und sein Augenzeugenbericht über das Evangelium gründeten auf seinen Erfahrungen mit Jesus. Wir lernen daraus: Je eindrücklicher die Erfahrungen, desto mehr Gewicht wird das haben, was wir weitergeben.

Bevor du jemand zu einem Jünger machst, der Jesus in allem gehorcht, musst du selbst ein Jünger sein, der Jesus total gehorsam ist. Wir können uns ja auch nicht in ein Abenteuer stürzen und Leute an Orte mitnehmen, wo wir selbst nie gewesen sind. Wir würden nicht die nötige Autorität dafür haben. Der große Unterschied zwischen Jesus und den anderen „großen Lehrern“ seiner Zeit war seine Vollmacht. Es heißt:

Als Jesus seine Rede beendet hatte, war die Menge von seiner Lehre tief beeindruckt, denn er lehrte sie nicht wie ihre Schriftgelehrten, sondern mit Vollmacht.

Matthäus 7,28-29

Den anderen Lehrern fehlte Vollmacht/Autorität, weil sie das, was sie lehrten, nicht selbst praktizierten. Deshalb sagte Jesus über sie:

Das Lehramt des Mose haben heute die Schriftgelehrten und die Pharisäer inne. Richtet euch daher nach allem, was sie euch sagen, und befolgt es. Doch richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden zwar, handeln aber nicht danach.

Matthäus 23,2-3

Wenn wir Menschen zu Jüngern machen wollen, können wir unmöglich dem Prinzip der Pharisäer folgen: Lehren, was wir selbst nicht einhalten. Wir müssen dem Beispiel von Jesus, Johannes und Paulus folgen, indem wir nur weitergeben, was wir selbst empfangen haben und auch so ausleben. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir perfekt sein müssen oder dass wir keine Fehler mehr machen dürfen. Nein, es bedeutet, dass wir uns dem eigenen Prozess der Jüngerschaft stellen und Gott erlauben, in den 8 Kernfeldern der eigenen Jüngerschaft zu wachsen.

Die zweite Herausforderung für den „Jüngermacher“ ist die Fähigkeit, das Wissen so zu kommunizieren, dass es der andere verstehen und behalten kann. An diesem Punkt wollen wir nicht über effiziente Kommunikationsmethoden sprechen. Der unbestreitbar beste Weg, um jemandem im Rahmen der Jüngerschaft etwas beizubringen, ist: Unterrichten durch Vorbild. Paulus schrieb:

Folgt meinem Beispiel, so wie ich dem Beispiel folge, das Christus uns gegeben hat.

1. Korinther 11,1

Wir können Vorbilder für diejenigen sein, die Jünger werden möchten, indem wir sie in unser Leben integrieren, Zeit mit ihnen verbringen und gemeinsam mit ihnen leben. Dies ist das Mindeste, was wir tun können. Wir lesen von Jesus:

Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er bei sich haben wollte. Sie traten zu ihm, und er bestimmte zwölf, die er Apostel nannte. Sie sollten ständig bei ihm sein, und er wollte sie aussenden, damit sie seine Botschaft verkündeten und in seiner Vollmacht die Dämonen austrieben.

Markus 3,13-15

Die beste Art, Vorbild zu sein, ist, jemandem zu erlauben, dir ganz nahe zu sein.

2. Jüngerschaft heißt: Lehren zu gehorchen

In der Jüngerschaft geht es nicht nur darum, Wissen weiterzugeben, sondern dieses Wissen in die Praxis umzusetzen. Lehren und Gehorchen sind unterschiedlich. Beim Lehren vermitteln wir Informationen, während Gehorchen eine tiefgreifende Veränderung im Leben bedeutet.

Unser Ziel in diesem Prozess ist es, die Person zu werden, die Gott in uns sieht. Unsere Identität spielt dabei eine entscheidende Rolle. Gehorchen bedeutet, zu der Person zu werden, die Gott von Anfang an in uns gesehen hat.

Wir wurden von Gott einzigartig geschaffen, und unsere Individualität trägt dazu bei, unseren Lebenssinn zu gestalten. Wir sind wahrhaftig Meisterwerke seiner Hände, und unsere Einzigartigkeit spiegelt Gott für die Welt wider. Unsere Berufung besteht darin, verantwortungsbewusst mit dem umzugehen, was Gott uns einzigartig gegeben hat. Es geht darum, wer wir geschaffen wurden zu SEIN und wie unsere einzigartige Identität die Welt beeinflusst.

Die Anwendung des Gelernten durch den Lernenden ist entscheidend, daher spielt das Vorbild des Lehrers eine wichtige Rolle. Der Begriff „kennen“ hat in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. In der griechischen Kultur bedeutet es, Informationen aufzunehmen, ohne dass sie einen praktischen Einfluss haben. Im Gegensatz dazu impliziert die hebräische Bedeutung eine persönliche und intime Beziehung, die eine tiefe und praktische Hingabe erfordert. Ein gutes Beispiel ist die Verwendung des Begriffs „kennen“ in der Bibel im Zusammenhang mit der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau:

Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain; und sie sagte: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit dem Herrn.

1. Mose 4,1

Diese Unterscheidung zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur Wissen zu erwerben, sondern auch eine tiefe und praktische Beziehung zu dem Erlernten zu entwickeln.

Gehorsam spielt eine grundlegende Rolle im Jüngerschaftsprozess, da er zeigt, ob jemand wirklich ein Jünger ist. Dies wird auch vom Apostel Johannes in seinen Schriften betont:

Wie können wir sicher sein, dass wir Gott kennen? Es zeigt sich daran, dass wir seine Gebote befolgen. Wenn jemand behauptet, Gott zu kennen, aber seine Gebote nicht befolgt, ist er ein Lügner und gibt der Wahrheit keinen Raum in seinem Leben. Wer sich hingegen nach Gottes Wort richtet, dessen Liebe zu Gott ist wirklich so, wie sie sein sollte. Und daran erkennen wir, dass wir mit Gott verbunden sind. Wer von sich sagt, er sei mit ihm verbunden und bleibe in ihm, der ist verpflichtet, so zu leben, wie Jesus gelebt hat.

1. Johannes 2,3-6

Zusätzlich hat Johannes in seinem Evangelium noch folgende Worte von Jesus überliefert:

Wer sich an meine Gebote hält und sie befolgt, der liebt mich wirklich. Und wer mich liebt, den wird mein Vater lieben; und auch ich werde ihn lieben und mich ihm zu erkennen geben. (…) Wenn jemand mich liebt, wird er sich nach meinem Wort richten. (…) Wer mich nicht liebt, richtet sich nicht nach meinen Worten.

Johannes 14,21-24

Des Weiteren schrieb Jakobus in seinem Brief:

Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach; andernfalls betrügt ihr euch selbst. Denn wer sich Gottes Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat. Wer sich jedoch in das vollkommene Gesetz vertieft, das Gesetz der Freiheit, und es ständig vor Augen hat, wer also das Gehörte nicht vergisst, sondern es in die Tat umsetzt, der ist glücklich zu preisen, denn er wird gesegnet sein bei allem, was er tut.

Jakobus 1,22-25

Als Jüngermacher ist es unsere Verantwortung, sicherzustellen, dass sowohl wir selbst als auch diejenigen, die wir zu Jüngern machen, das Wort Gottes aufmerksam hören und es in die Praxis umsetzen.

3. Jüngerschaft heißt: Lehren zu gehorchen alles das, was Jesus befohlen hat

Was hat er angeordnet? Alle seine Befehle lassen sich in zwei Punkte zusammenfassen: a) die großen Gebote, b) der Missionsbefehl.

a. Die großen Gebote

Die Situation, in der Jesus die großen Gebote ausspricht, ist im Matthäusevangelium festgehalten:

Die Pharisäer hatten gehört, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, und waren daraufhin bei ihm zusammengekommen. Nun versuchte einer der Gesetzeslehrer, Jesus eine Falle zu stellen. Er fragte ihn: »Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?« Jesus antwortete: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand! Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Ein zweites ist ebenso wichtig: Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!« Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern.

Matthäus 22,24-40

Der Gesetzeslehrer fragte Jesus nicht nur nach dem wichtigsten Gebot, sondern danach, welches Gebot gleichzeitig alle anderen erfüllt. In dieser Zeit gab es unter den Pharisäern eine Diskussion darüber, wie man dem umfangreichen mosaischen Gesetz, das 613 Gebote enthielt, folgen konnte, ohne jedes einzelne im Detail beachten zu müssen. Sie versuchten, die Gebote nach ihrer Bedeutung zu ordnen, um herauszufinden, welches das entscheidende Gebot war.

Jesus beantwortet die Frage des Gesetzeslehrers, indem er ausdrücklich sagt: „Mit diesen beiden Geboten ist alles gesagt, was das Gesetz und die Propheten fordern.“ Das bedeutet, wenn man diese beiden Gebote befolgt, erfüllt man gleichzeitig alle anderen Gebote. Diese beiden Gebote dienen also als eine Zusammenfassung dessen, was Gott von seinen Kindern erwartet, und seine Jünger sollten sich ebenfalls daran halten.

Das größte Gebot ist also, dass du Gott ohne Einschränkungen und mit allem, was du bist, liebst. Gott muss in deinem Leben an erster Stelle stehen. Deshalb muss alles, was wir tun und entscheiden, auf Gott ausgerichtet sein. Aber es gibt nicht nur ein wichtigstes Gebot.

Ein weiteres bedeutendes Gebot, das dem ersten ähnelt, ist: „Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ Dieses Gebot ist genauso wichtig wie das erste und verfeinert dessen Bedeutung, indem es die Liebe zu unseren Mitmenschen hervorhebt. Aber warum fassen diese beiden Gebote das ganze Gesetz zusammen?

Um diese Frage zu beantworten, können wir einen Blick auf die Zehn Gebote in 2. Mose 20,1-17 werfen. Diese Gebote bilden die Grundlage für das gesamte mosaische Gesetz, und alle weiteren Gebote leiten sich von ihnen ab. Eine interessante Beobachtung ist, dass die Zehn Gebote in zwei Gruppen eingeteilt werden können.

Gebote über die Liebe zu Gott:

  • Du sollst keine anderen Götter anbeten außer mich.

  • Du sollst dir kein Götterbild machen.

  • Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie missbrauchen.

  • Denke an den Sabbattag und reserviere ihn für Gott. (…)

Es ist nicht schwer festzustellen, dass jeder, der das einhält, Gott wirklich liebt.

Gebote über die Liebe zu den Mitmenschen:

  • Ehre deinen Vater und deine Mutter.

  • Du sollst nicht töten.

  • Du sollst nicht ehebrechen.

  • Du sollst nicht stehlen.

  • Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen.

  • Begehre nichts, was deinem Mitmenschen gehört.

Die Verbindung zwischen diesen beiden Gruppen von Geboten zeigt, dass die Liebe zu Gott untrennbar mit der Liebe zu unseren Mitmenschen verbunden ist. Wenn wir Gott wahrhaft lieben, werden wir automatisch auch unseren Nächsten lieben. Daher fassen die Gebote, Gott von ganzem Herzen zu lieben und unseren Mitmenschen wie uns selbst zu lieben, das ganze Gesetz zusammen. Sie betonen die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe und zeigen, dass unser Glaube nicht nur vertikal zu Gott, sondern auch horizontal zu unseren Mitmenschen gerichtet ist. Die beiden Gebote: „Liebe Gott“ und „Liebe deinen Mitmenschen“ fassen also sehr gut das Gesetz mit Gottes Forderungen zusammen.

Und das war noch nicht alles. Sogar diese beiden Gebote können zu einem einzigen Gebot zusammengefasst werden. Schau dir an, was Paulus schrieb:

Denn das ganze Gesetz wird durch die Befolgung eines einzigen Gebotes erfüllt: 'Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst.'

Galater 5,14

Um den Sinn dahinter zu verstehen, schau dir an, was Johannes schrieb:

Wenn jemand behauptet: 'Ich liebe Gott!', aber seinen Bruder oder seine Schwester hasst, ist er ein Lügner. Denn wenn jemand die nicht liebt, die er sieht – seine Geschwister –, wie kann er da Gott lieben, den er nicht sieht? Denkt an das Gebot, das Jesus uns gegeben hat: Wer Gott liebt, ist verpflichtet, auch die Geschwister zu lieben.

1. Johannes 4,20-21

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir Gott lieben, wenn wir unsere Mitmenschen lieben. Alles, was Gott von uns erwartet, ist, unsere Mitmenschen zu lieben.

Jesus bekräftigt diesen Gedanken, als er in der Woche vor seiner Kreuzigung seinen Jüngern ein neues Gebot gab:

Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe.

Johannes 13,34

Was ist das Neue an diesem neuen Gebot? Es ist das Maß, wie du deinen Mitmenschen lieben sollst. Zuvor war das Maß so angesetzt, dass du deinen Mitmenschen so lieben sollst wie dich selbst. Jetzt geht es darum, ihn genauso zu lieben, wie Jesus dich liebt.

Deshalb können wir sagen, dass alles, was Jesus uns befohlen hat, mit folgendem Gebot zusammengefasst werden kann: Liebe deinen Mitmenschen so, wie Jesus dich liebt. Und wie sehr liebt er uns? Mach dir darüber mal Gedanken. Das ist das, was wir den Menschen lehren müssen, damit sie es praktizieren (und natürlich müssen wir es selbst praktizieren).

b. Der Missionsbefehl

Alles, was Jesus uns aufgetragen hat, kann in einem Satz zusammengefasst werden: „Liebe zum Mitmenschen.“ Dies ist die Grundlage für alles, was er uns gelehrt hat. Es gibt jedoch ein weiteres wichtiges Gebot, das betont werden muss: der Missionsbefehl.

Der Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gegeben hat, andere zu Jüngern zu machen, sollte auch denen beigebracht werden, die bereits zu Jüngern gemacht wurden. Das bedeutet, dass jeder, der zu einem Jünger wird, auch lernen sollte, andere zu Jüngern zu machen. Dies wird als die Multiplikation der Jünger bezeichnet.

Durch die Multiplikation der Jünger wird die Liebe zum Mitmenschen praktiziert. Es gibt möglicherweise keinen größeren Liebesbeweis, als jemanden dazu zu befähigen, ein Nachfolger von Jesus zu werden. Indem wir diesen Auftrag weitergeben, setzen wir Jesu Gebot der Nächstenliebe in die Tat um und tragen zur Verbreitung seines Evangeliums und zur Veränderung von Menschenleben bei.

In dieser Lektion haben wir Folgendes gelernt:

  • Jüngermachen heißt: lehren. Wir können anderen nur das vermitteln, was wir selbst gelernt haben. Der beste Weg zu lehren ist durch das eigene Vorbild.

  • Jüngermachen heißt: lehren zu gehorchen. Darum ist auch das Vorbild so wichtig. Das Ziel von Jüngerschaft ist es, das zu praktizieren, was gelernt wurde.

  • Jüngermachen heißt: lehren, all dem zu gehorchen, was Jesus geboten hat. Jesu Gebote kann man so zusammenfassen: seinen Mitmenschen so zu lieben, wie Jesus uns liebt. Damit zeigen wir, dass wir Gott lieben. Diese Liebe zeigen wir besonders, wenn wir Menschen zu seinen Jüngern machen.

Als ein Nachfolger Jesu bist du berufen, Gott und deine Mitmenschen zu lieben und Jünger zu machen. Wirst du Jesu Gebot gehorsam sein?