Zum Inhalt springen
Changed Lives|Jünger Machen
0:00
0:00
Teil 1 von 7

Gottes Vision. Mein Auftrag.

Die Frage nach dem Zweck unseres Lebens beschäftigt viele Menschen, und es gibt verschiedene Antworten darauf. Als Christen jedoch haben wir eine klare Antwort:

Was immer ihr esst oder trinkt oder tut, das tut zur Ehre Gottes.

1. Korinther 10,31

Mit anderen Worten, unser Lebenszweck als einzelne Person und als Gemeinde besteht darin, Gott zu verherrlichen, unser Leben in seiner Ehre zu führen, ihn zu verherrlichen und sein Licht in die Welt zu tragen.

Wir erkennen, dass die größte Ehre, die wir unserem Schöpfer erweisen können, darin besteht, ein erfülltes und segensreiches Leben zu führen. Wie Jesus Christus sagte:

Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und meine Jünger werdet.

Johannes 15,8

Wir sind von Gott erwählt, um hinauszugehen und Frucht zu tragen, die von Dauer ist:

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu bringen, die Bestand hat.

Johannes 15,16

Unsere Berufung als Gläubige besteht darin, Gott zu ehren, indem wir ein erfülltes und segensreiches Leben führen und dabei helfen, seine Liebe und Weisheit in dieser Welt widerzuspiegeln.

Gott. Liebt. Menschen.

Alles steht und fällt mit der schlichten Wahrheit: Gott liebt die Menschen. Die bedingungslose Liebe Gottes zu uns Menschen bildet das Fundament unseres Glaubens. In den Worten von C.S. Lewis: „Wenn die Bibel sagt, dass Gott den Menschen liebt, so ist gemeint, dass Gott den Menschen liebt – nicht dass er sich auf irgendeine desinteressierte, unbeteiligte Weise mit unserem Wohlergehen befasst, sondern dass wir – eine schauererregende und überraschende Wahrheit – der Gegenstand seiner Liebe sind.“

Die größte Freude Gottes liegt in der Gemeinschaft mit jedem einzelnen von uns. Er freut sich an jedem Menschen, unabhängig von unserem Hintergrund oder unseren Fehlern. Die Freude im Himmel ist am größten, wenn ein verlorenes Kind zu Gott zurückkehrt, und diese Freude übertrifft sogar die Freude über neunundneunzig andere, die bereits auf dem rechten Weg sind (Lukas 15,7).

In dieser Liebe Gottes finden wir Trost, Hoffnung und die Ermutigung, auf unseren eigenen Weg zurückzukehren und eine enge Beziehung zu ihm zu pflegen.

Gottes Vision

Danach sah ich eine riesige Menschenmenge aus allen Stämmen und Völkern, Menschen aller Sprachen und Kulturen; es waren so viele, dass niemand sie zählen konnte. In weiße Gewänder gehüllt, standen sie vor dem Thron Gottes und riefen mit lauter Stimme: »Das Heil kommt von unserem Gott!«

Offenbarung 7,9

Das Herz Gottes

Das Zitat „Break my heart for what breaks Yours“ drückt den Wunsch aus, die Welt und die Menschen so zu sehen und zu empfinden, wie Gott es tut. Es ist eine Bitte, unsere Herzen für das zu öffnen, was Gottes Herz betrübt, besonders in unserer Region oder Gemeinde. Wenn wir 1. Timotheus 2,3-7 betrachten, können wir erkennen, was Gottes Herz berührt:

In dieser Weise zu beten ist gut und gefällt Gott, unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen. Es gibt nämlich nur einen Gott, und es gibt auch nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen – den, der selbst ein Mensch geworden ist, Jesus Christus. Er hat sein Leben als Lösegeld für alle gegeben und hat damit zu der von Gott bestimmten Zeit den Beweis erbracht, dass Gott alle retten will. Und ebenso wahr und unbestreitbar ist, dass er diese Botschaft mir anvertraut und mich als Verkündiger und Apostel eingesetzt hat, als Lehrer, der alle Völker im Glauben und in der Wahrheit unterrichten soll.

1. Timotheus 2,3-7

Was berührt dein Herz am meisten? Was berührt dich in dieser Welt? Wofür schlägt dein Herz?

Auftrag / Mission – was haben wir damit zu tun?

Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Matthäus 28,18-20

Jeder einzelne Gläubige – nicht einige wenige, vielleicht besonders begabte, sondern JEDER – hat die Berufung und den Auftrag, Menschen zu Jüngermachern zu machen.

Ihn, Christus, verkünden wir; wir zeigen jedem Menschen den richtigen Weg und unterrichten jeden Menschen in der Lehre Christi; wir tun es mit der ganzen Weisheit, die Gott uns gegeben hat. Denn wir möchten jeden dahin bringen, dass er durch die Zugehörigkeit zu Christus als geistlich reifer Mensch vor Gott treten kann. Das ist das Ziel meiner Arbeit; dafür mühe ich mich ab, und dafür kämpfe ich im Vertrauen auf Gottes Kraft, die in meinem Leben so mächtig am Werk ist.

Kolosser 1,28-29

Geschichte einer nach innen ausgerichteten zu einer nach außen fokussierten Gemeinde

Belo Horizonte Central Baptist Church, Brasilien

Unsere Baptistengemeinde in Belo Horizonte wurde im Jahr 1961 mit 89 Mitgliedern gegründet. Fast 40 Jahre lang war sie bekannt als eine sehr gute, seriöse, biblische Gemeinde, die Gott ganz hingegeben liebte. Nach anfänglichem Wachstum pendelte sich ihre Mitgliederzahl bei etwa 400 ein, und stagnierte dann für Jahrzehnte.

Wir hatten viele Programmangebote, zum Beispiel zwei Sonntagsgottesdienste, eine Bibelschule für Kinder und Erwachsene, Jugendtreffen, Besinnungstage, Kurzeinsätze in der Mission, Seminare für Paare und Eltern, Konferenzen zu Themen jeglicher Art, gemeinsame Mittag- und Abendessen, Weihnachts- und Osterspecials und vieles mehr. Wir waren eine scheinbar gute Gemeinde. Wir hatten sogar einen Dienstbereich für Evangelisation, die missionarische Einsätze wie Straßenevangelisation, Haus-zu-Haus-Aktionen oder besondere Gottesdienste durchführte. Doch letztlich konnten wir nur wenige Menschen erreichen, die Jesus noch nicht kannten und hatten nur einen geringen Einfluss in unserer Stadt. Aber für uns selbst fühlte es sich so an, als würden wir etwas sehr Bedeutsames tun.

Aber wir fragten uns: Wenn wir den Herrn lieben und wenn wir eine lebendige Gemeinschaft von Gläubigen sind, warum wachsen wir nicht wirklich? Wie kann es sein, dass 400 Christen Jahr für Jahr nur einige wenige Bekehrungen erleben und Bekehrte taufen und dabei glauben, das wäre normal? Genau das dachten wir nämlich. Es war für uns normal. Wir gingen davon aus: „Der Herr wird schon irgendetwas tun, wenn er jemanden retten will.“ Das Ergebnis dieser Denkweise: wir wuchsen nicht wirklich.

Ende der 90er Jahre geriet unser Pastor Paulo Mazoni in eine tiefe persönliche und dienstliche Krise. Er kam zu dem Schluss, dass er mit der Gemeinde nicht einfach so weitermachen konnte. Es musste etwas geschehen. Während er voller Fragen war, hatte er eine Vision von einem Abgrund, auf den viele Menschen zusteuern, und er war völlig überfordert, alle zu warnen und zu retten. Dann erfuhr er von der Strategie der Zell-Gemeinde und begriff, dass dies der Kurs war, dem die Gemeinde folgen sollte.

Die Gemeinde erbaut Menschen und sendet sie aus, dass sie als Multiplikatoren dienen. Alle stehen Arm in Arm zusammen und halten die riesige Menschenmenge auf, die auf den Abgrund zu läuft. Alle, die vor der Klippe gerettet werden, müssen sofort zu Menschen werden, die andere retten. Je mehr Menschen gerettet werden, desto mehr Menschen können gerettet werden. Je mehr Menschen errettet sind, desto mehr Menschen stehen zur Verfügung. Es gibt keine Zuschauer.

Wer oder was ist die Gemeinde? Du und ich. Und wir gehen raus aus dem Gebäude, um die Welt zu segnen und zu retten. Das ist die DNA der Gemeinde. So begann die Revolution.

Anfang der 2000er Jahre rief Pastor Paulo die einflussreichen Geschwister der Gemeinde zusammen und stellte ihnen eine Vision vor – eine missionarische Gemeinde, die in die Gesellschaft hineinwirkt, eine Gemeinde, die nicht auf eine Person fokussiert ist, sondern die vielmehr von der Beteiligung aller Mitglieder lebt und in der jeder Gläubige ein Mitarbeiter ist.

Natürlich gab es jede Menge Widerstand, weil jede Veränderung Widerstand hervorruft. Unermüdlich, ohne sich von irgendetwas unterkriegen zu lassen, und getrieben von einer tiefen inneren Überzeugung von Gott, überwand Pastor Paulo nach und nach jedes Hindernis, gewann die Unterstützung von allen, und führte die Gemeinde in eine neue Erfahrungsdimension.

Wir sind Gott zutiefst dankbar, dass er uns in diese Gemeinde gestellt hat und uns diese großartige Verwandlung miterleben ließ: von einer stagnierenden, ängstlichen, nach innen orientierten, um sich selbst drehenden und auf die Aufrechterhaltung ihrer Mitgliederzahl bedachten Gemeinde, zu einer offenen, nach außen orientierten Gemeinde – einer Gemeinde ohne Mauern –, die ihre Mitglieder mobilisiert, Menschen zu erreichen, sie willkommen zu heißen und Menschen, die Gottes Liebe brauchen, zu Jüngern zu machen. Es wurde unser Kernauftrag, den Missionsauftrag zu erfüllen.

Das zentrale Motto lautet: Jeder Gläubige ein Diener (Mitarbeiter); jedes Haus eine Kirche.

Wenn wir uns die Urgemeinden der Apostelgeschichte ansehen, stellen wir fest, dass sie, wenn auch fehlerhaft, viele positive Eigenschaften hatten. In unserer Gemeinde hatten wir damals bestenfalls 3 oder 4 solcher Merkmale. Wir waren so weit entfernt von Gottes Plan für seine Gemeinde. Wir mussten uns verändern!

Merkmale einer wachsenden Gemeinde: Wie sieht es bei uns aus?

Betrachte die Eigenschaften der jerusalemer Gemeinde in Apostelgeschichte 2,42-47 und überprüfe, ob diese auch auf unsere Gemeinde zutreffen:

  • Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel.

  • Sie blieben beständig in der Gemeinschaft.

  • Sie blieben beständig in der Feier des Abendmahls.

  • Sie blieben beständig im Gebet.

  • Angesichts der vielen Wunder und Zeichen erfasste alle eine tiefe Ehrfurcht.

  • Die Apostel vollbrachten viele Zeichen und Wunder.

  • Alle Gläubigen kamen regelmäßig zusammen.

  • Alle Gläubigen teilten alles miteinander.

  • Sie verkauften ihren Besitz, um mit allen denen teilen zu können, die bedürftig waren.

  • Jeden Tag trafen sie sich, um im Tempel zu beten.

  • Sie haben das Brot in ihren Häusern geteilt und aßen zusammen.

  • Sie hatten fröhliche und aufrichtige Herzen.

  • Sie haben Gott gepriesen.

  • Sie genossen das Ansehen aller Leute.

  • Und der Herr fügte jeden Tag neue Menschen hinzu, die gerettet wurden.

Wie hat unsere Gemeinde abgeschnitten? Was fehlt? Muss sich unsere Gemeinde verändern? Musst du dich verändern?

Herausforderungen

Anfang 2001 öffneten wir die ersten 16 Zellgruppen mit den Christen, die durch den Zellgruppen-Kurs gegangen waren. Erst waren die Zellgruppen immer noch nach innen ausgerichtet, obwohl wir versucht haben, einen Fokus nach außen hin zu setzen. Viele scheiterten bei ihrem ersten Versuch, aber wir gaben nicht auf und versuchten, es immer besser zu machen.

Innerhalb von 2 Jahren öffneten und schlossen meine Frau und ich drei Zellgruppen. Warum schließt man eine Zellgruppe? Weil sie keine Frucht bringt. Aber wir gaben nicht auf. Erst mit unserer vierten Jüngerschaftsgruppe waren wir erfolgreich. Sie lief endlich so ab, wie sie es musste – und viele Menschen wurden gerettet und multiplizierten sich mehrfach!

Um eine Gemeinde zu werden, die sich vollständig auf ihren Auftrag, Jüngermacher zu machen, fokussiert, haben wir ungefähr acht Jahre gebraucht. Das Wichtigste ist allerdings die Veränderung des Herzens der Gemeinde. Denn Barmherzigkeit für Menschen, die Jesus nicht persönlich kennen, ist nicht automatisch vorhanden. Sie muss von Gott kommen und Platz in unseren Herzen finden. Und wenn sie wächst, werden wir verändert.

Die Ergebnisse des Veränderungsprozesses

Schauen wir zurück, sind wir beeindruckt über den langen Weg der Veränderung. Gott hat uns durch alle Herausforderungen geleitet, Hindernisse überwinden lassen, neue Türen geöffnet, unsere Herzen verändert und seine Kraft offenbart. Wenn wir wachsen und wenn wir uns verändern, dann müssen wir Gott die Ehre geben. Denn wenn alles von uns abhängig gewesen wäre, dann wären wir heute immer noch eine stagnierende 400-Mitglieder-Gemeinde.

Was ist passiert? Exponentielles Wachstum durch die Multiplikation der Gläubigen, die sich darauf fokussiert haben, andere durch die Kraft des Heiligen Geistes zu Jüngermachern zu machen.

Nach 19 Jahren haben wir inzwischen über 3000 Zellgruppen, über 3000 Leiter und mehr als 17.000 regelmäßige Teilnehmer in unseren Gruppen. Tausende wurden gerettet und getauft, während andere noch auf dem Weg dahin sind. Tausende wurden trainiert, um Leiter einer Zellgruppe zu sein. Neben den regelmäßigen Gruppenmitgliedern haben wir weitere Tausende, die unsere Zellen jeden Monat als neue Teilnehmer besuchen.

  • Im Durchschnitt besuchen ungefähr 6 Personen eine Zellgruppe.

  • Fast 1/3 davon sind Gemeindemitglieder (29,5 %).

  • 1/4 der Teilnehmer wurden als Kinder getauft und sind keine Mitglieder unserer Gemeinde. Vermutlich sind die meisten von ihnen Namenschristen, die zum lebendigen Glauben zurückgefunden haben. Andere sind Christen, die nicht zufrieden mit ihrer früheren Gemeinde sind; einige gehörten auch lange Zeit zu keiner Gemeinde (alle zusammen ergeben 24,5 %).

  • Alle anderen Teilnehmer sind nicht getauft (45,8 %). Viele von ihnen sind inzwischen von Neuem geboren, andere kommen erst noch zum Glauben.

Wenn fast die Hälfte der Teilnehmer durch Zellgruppen zur Gemeinde gekommen sind, dann bedeutet es, dass wir wirklich Menschen außerhalb der Gemeinde erreichen. Unser Ziel ist es, jeden einzelnen dieser Teilnehmer zu einem engagierten Jünger von Jesus zu machen, der wiederum andere zu Jüngern macht, die wieder andere zu Jüngern machen.

Die Zahlen bedeuten also, dass wir innerhalb der Zellgruppen noch viel Arbeit vor uns haben, aber gleichzeitig die missionarische Arbeit „draußen“ nicht ruhen lassen können. Neben den regelmäßigen Teilnehmern in den Zellen haben wir im Durchschnitt zwei neue Personen pro Monat in jeder Zellgruppe. Das heißt, dass wir im vergangenen Monat über 3800 Erstbesucher in unseren Zellgruppen hatten.

Was geschieht in Deutschland?

Kann Multiplikation überall passieren?

Immer wenn wir solche besonderen Dinge hören, tendieren wir dazu, Gründe zu finden, warum sie überall auf der Welt, aber nicht in Deutschland passieren können. Wenn eine Gemeinde in Slum-Gebieten in Indonesien wächst, dann liegt es daran, dass die Armen sich schneller für das Evangelium öffnen. Passiert dasselbe den reichen Menschen in den USA, dann bestimmt deswegen, weil sie das Geld haben, um großartige Gebäude zu bauen usw. Zu sehen, was in unserer brasilianischen Gemeinde passiert ist, und dann zu behaupten, das wäre in Brasilien einfacher – das ehrt Gott nicht und berücksichtigt auch nicht die Hingabe der vielen Geschwister in der Gemeinde.

Wir sollten das großartige Wirken des Heiligen Geistes auf der ganzen Welt nicht klein reden. Er wirkt in jeder Umgebung Wunder und ist kraftvoll genug, um jeden zu verändern, der noch nicht wiedergeboren wurde. Unsere Haltung sollte die sein, den Herrn für die vielen erretteten Menschen zu ehren. Wir sollten in unserem Glauben inspiriert werden und so zu beten anfangen, wie wir es noch nie getan haben, um einen geistlichen Durchbruch in unserer Region zu erwirken. Wenn Gott woanders mächtig wirkt, warum dann nicht auch hier?

Denkt daran, dass Brasilien nicht immer so war, wie es heute ist – in einem Zeitraum von 40 Jahren wuchs unsere Gemeinde praktisch nicht. In den späten 70ern gab es in meiner Schule von 240 Schülern nur zwei Christen in meiner Stufe: meinen Bruder und mich. Heute zählen mehr als ein Viertel der brasilianischen Bevölkerung zu evangelikalen Christen. Gott arbeitet in Brasilien und er ist mächtig genug, es auch in Deutschland zu tun.

Man schätzt, dass sich in Deutschland ungefähr 2-3 % der Bevölkerung als „wiedergeborene Christen“ bezeichnen. Das muss dazu führen, über die Gemeinde nachzudenken. Viele Kirchen sterben aus und ihre Gemeindehäuser werden verkauft. Viele Gemeindeleiter verzweifeln an dem Versuch, ihre Gemeinde auf guten Kurs zu bringen. Wieso? Es geht nicht um die Gemeinde. Gott hat uns nicht dazu beauftragt, die Gemeinde zu retten. Er befahl uns dazu, hinzugehen und die Verlorenen zu retten. Alles dreht sich um die Verlorenen. Das ist es, wofür unser Herz schlagen sollte. Und was ist mit der Gemeinde? Jesus hat uns versprochen, seine Gemeinde zu bauen. Lasst uns darauf vertrauen.

Einige sagen, der deutsche Boden wäre zu hart. Aber Jesus hat uns eine andere Perspektive aufgezeigt:

Schaut euch doch um! Überall reifen die Felder heran und sind schon jetzt bereit zur Ernte.

Johannes 4,35

Wir glauben, das Problem wäre das Desinteresse der Ungläubigen. Aber Jesus erklärt uns, dass es genau andersherum ist:

Die Ernte ist groß, doch die Zahl der Arbeiter ist klein. Betet zum Herrn, der für die Ernte zuständig ist, und bittet ihn, mehr Arbeiter auf seine Felder zu schicken.

Lukas 10,2

Das heißt: Wir haben Lügen geglaubt. Jetzt ist nicht die Zeit, nur zu säen. Die Felder sind reif für die Ernte und die Ernte ist groß. Das ist die Wahrheit! Alles, was wir brauchen, sind Arbeiter. Lasst uns Gott bitten, sie auszusenden. Aber: Jesus hat dabei nicht über besondere Missionare geredet, die aus einem anderen Land kommen würden. Er hat über alle seine Jünger von jedem Ort geredet. Alle hier in Deutschland Lebenden sind darin miteinbezogen. Ja, sogar die, die in deine Gemeinde gehen. Bete, dass Gott sie aussendet!

Wie schätzt du die geistliche Lage in Deutschland ein?

In Malaga haben wir (Ehepaar Bottrel) einer 25 Jahre alten Gemeinde mit ungefähr 80 Mitgliedern beim Übergang zu einer Zell-Gemeinde geholfen. Nach den ersten Schritten im März 2017 starteten 24 geschulte Mitglieder die ersten 6 Zellgruppen. Die meisten Zellen wurden einige Monate später aufgrund fehlender Frucht wieder geschlossen. Aber sie gaben nicht auf und organisierten sich in neuen Zellgruppen, während andere Gemeindemitglieder ebenfalls geschult wurden und Zellen starteten. Ein Jahr später hatten sie schon 13 Zellen mit über 80 regelmäßigen Teilnehmern, von denen 30 keine Gemeindemitglieder waren und mindestens die Hälfte keinen Bezug zur Kirche hatte. Taufen waren für den Sommer vorgesehen. Und wieder bewegt Gott etwas!

Derselbe Gott, der das Meer geteilt hat, ist heute hier. Er versetzt immer noch Berge, reißt immer noch Mauern ein, zerstört immer noch den Feind und verspricht:

Ich will vor dir hergehen und einebnen, was sich dir in den Weg stellt. Ich werde bronzene Tore zerschmettern und eiserne Riegel zerbrechen. Und ich gebe dir Schätze, die im Dunkeln verborgen sind – geheime Reichtümer. Das alles tue ich, damit du weißt, dass ich der Herr bin, der Gott Israels, der dich bei deinem Namen ruft.

Jesaja 45,2-3

Wozu bin ich bereit?

Wie wirst du auf diese Herausforderung antworten? Schreib ein kurzes Gebet, das deine Hingabe an den Herrn Jesus erneuert, ihm ohne Einschränkungen zu dienen.