Was sind Zellgruppen?
Definitiv nichts, was mit Gefängnis zu tun hat! Sie sind nach den lebendigen Zellen in Pflanzen und Tieren benannt, die Wachstum produzieren.
Zellgruppen sind der kleinste Bestandteil der Gemeinde. So wie unser Körper aus Zellen besteht, besteht auch der Leib Christi aus solchen Zellen.
So wie eine menschliche Körperzelle kein einzelliger Organismus ist, der selbständig und losgelöst von anderen lebt, sollten Zellgruppen auch nicht voneinander getrennt existieren. Als Einheit unterstützen und ergänzen sie einander und vermehren sich. Deswegen gehören die Zellgruppen zusammen und bilden gemeinsam die Gemeinde.
Die Nähe zueinander, sich umeinander kümmern, das Teilen und Erfüllen von Bedürfnissen, gemeinsam lachen und weinen, uns in andere investieren, all das findet in der Zellgruppe statt.
Aufwändigere Aktionen brauchen eine größere Struktur. Missionarische Bemühungen in Deutschland oder weltweit werden erst möglich, wenn sie durch eine Gemeinde unterstützt werden. Auch der Zellgruppenkurs, in dem neue Leiter ausgebildet werden, Gottesdienste für die Gesamtgemeinde, Festhalten an der Gemeindevision, die Wahrung einer gesunden Lehre und Veranstaltungen für die gesamte Gemeinde gehören zum Aufgabenbereich der großen Gemeinde.
Jede Zellgruppe ist Gemeinde und alle Zellgruppen gemeinsam sind Gemeinde. Die Zellgruppen verhelfen der Gemeinde zu mehr Lebendigkeit und Anziehungskraft.
Jede Zellgruppe ist eine kleine Gruppe von Menschen, die durch das gleiche Ziel vereint sind: Gott zu lieben und den Nächsten. Ihre Vision besteht darin, Menschen anzuziehen, die von Gott getrennt leben, und sie durch die Wiedergeburt mit der Gemeinde Jesu zu verbinden. Dadurch, dass ständig neue Leute dazu kommen, bleibt die Gruppe nicht klein. Sie wächst und multipliziert sich zu einer neuen Zellgruppe, die wiederum Raum gibt für mehr Menschen. Durch diesen Zyklus – Kleinsein → Wachstum → Multiplikation → Kleinsein → Wachstum → Multiplikation – erfüllt die Gemeinde ihre Bestimmung. Das Reich Gottes wächst und Jesus Christus wird verherrlicht.
Beziehung ist der Schlüssel
Als Gemeinde müssen wir immer wieder überprüfen, ob die Dinge, die wir tun, dem Auftrag gerecht werden und Frucht bringen. Und wenn sie wirkungslos sind und nur Kräfte binden, müssen wir Gemeindestrukturen reparieren oder ändern, damit sie gute Ergebnisse erzielen.
Wie viel Kraft und Zeit geht verloren, während Massen von Menschen verloren gehen in einer Welt, die Gott nicht kennt.
Gebt also sorgfältig darauf Acht, wie ihr lebt! Verhaltet euch nicht wie unverständige Leute, sondern verhaltet euch klug. Macht den bestmöglichen Gebrauch von eurer Zeit, gerade weil wir in einer schlimmen Zeit leben.
Epheser 5,14-17
Wir brauchen eine wirksame Strategie, um eine verlorene Welt mit der Liebe Gottes zu erreichen. Das Schlüsselwort ist BEZIEHUNG. Gottes Strategie auf dieser Erde ist seine Gemeinde, sein Körper, der sich hier manifestiert. Dieser Körper funktioniert durch Menschen, die mit Jesus und miteinander verbunden sind. Durch Beziehungen.
Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet. … Alle, die an Jesus glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. … Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt. Sie priesen Gott bei allem, was sie taten, und standen beim ganzen Volk in hohem Ansehen. Und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen, sodass die Gemeinde immer größer wurde.
Apostelgeschichte 2,42-47
Gemeinde, das sind Menschen, die in einer liebevollen Beziehung miteinander leben. Ein gläubiger Mensch teilt sein Leben mit jemandem, der Gott noch nicht kennt. Einem Menschen, der noch jung im Glauben ist, hilft man durch Beziehung dazu, fester im Glauben zu werden.
Wenn Beziehung der Schlüssel ist, brauchen wir eine Strategie, die genau das fördert. Wir brauchen ein Modell, das uns dabei hilft, unseren Individualismus abzubauen und in Gemeinschaft miteinander zu leben.
In der Zell-Strategie geht es primär um Beziehungen – sie fördert regelmäßige Begegnungen in Zellgruppen; sie fordert uns heraus, neue Beziehungen aufzubauen, sowohl zu Leuten innerhalb der Gemeinde als auch zu Leuten außerhalb; sie bringt engere Beziehungen zwischen Jüngermachern und Jüngern hervor. Sie ähnelt den Anfängen der Apostelgeschichte, eine starke Bewegung mit der Betonung auf Beziehungen.
Die Form, wie das gelebt wird, ist nicht statisch oder unantastbar. Im Gegenteil, die Form passt sich immer wieder an. Aber das Ziel ist, dass Menschen gerettet werden, dass Leben wiederhergestellt werden, dass Wachstum geschieht.
Jede Gemeinde, die dazu bereit ist, muss zur Veränderung bereit sein. Niemand darf stehen bleiben, während die Welt ohne Gott verloren geht. Wir können nicht einfach zuschauen, wie die Zeit verrinnt.
Was ist die biblische Grundlage für Zellgruppen?
a) Altes Testament
Jethro (2. Mose 18,13-27) rät zur Aufteilung von Verantwortung: einer kümmert sich um 10 Menschen; ein anderer um 50, ein weiterer um 100, ein weiterer um 1000.
b) Neues Testament
Jesus Er startete seinen Dienst mit einer Zellgruppe aus 12 Jüngern (Mk 3,13-14). Er beauftragte die Gemeinde (Joh 20,21; Mt 28,18-20) – der Auftrag, den Jesus vom Vater erhielt, wird durch die Gemeinde fortgesetzt. Die Grundlage für seinen Dienst waren Beziehungen. Jesus suchte Möglichkeiten, um mit seinen Jüngern zusammen zu sein. Während seines ganzen Dienstes lehrte er, aß und schlief dort, wo seine Jünger waren. Sie reisten zusammen, besuchten Städte, fischten im See Genezareth, beteten gemeinsam und gingen in die Synagogen und in den Tempel (Mk 7,24; 7,31; 8,10; 8,27; Mt 15,21; 15,29).
Treffpunkte: im Tempel und in Häusern (Apg 2,42-47; Apg 5,42) Im Tempel trafen sie sich, um Gott anzubeten und die Lehre der Apostel zu hören. In den Häusern wurden die frisch Bekehrten willkommen geheißen und bekamen dort ihre geistliche Nahrung. Sie lernten von den anderen Gläubigen; ihre Bedürfnisse wurden gestillt und man diente einander.
Im Neuen Testament finden wir viele Texte, die die Existenz von Zellgruppen bestätigen:
„Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern.“ (Apg 2,42-47)
„Unbeirrt lehrten sie Tag für Tag im Tempel und in Privathäusern.“ (Apg 5,42)
„Ich habe euch alles verkündet und habe euch alles gelehrt, sowohl öffentlich als auch in den Häusern, in denen ihr zusammenkommt.“ (Apg 20,20)
„Grüßt auch die Gemeinde, die in ihrem Haus zusammenkommt.“ (Röm 16,5.10)
Was eine Zellgruppe nicht ist
Hauskreis Normalerweise kleine Versionen des regulären Sonntagsgottesdienstes. Dort findet kein praktischer Dienst oder Einsatz statt.
Gebetskreis In diesen Gruppen gibt es viel Gebet. Allerdings knüpfen die Teilnehmer fast nur Kontakte zu denen, die bereits zur Gemeinde gehören. Gebet ist wichtig für eine Zellgruppe, aber das allein macht noch keine Zellgruppe aus.
Bibel-Studierkreis In diesen Kreisen findet wenig oder keine Interaktion oder Beziehungsaufbau statt. Gemeinschaft wird nicht so stark betont. In der Regel bereitet sich einer vor, der die Zuhörer belehrt. Bibelkreise werden normalerweise von Leuten geleitet, denen es gefällt, ihr theologisches Wissen weiter zu geben. Ungläubige werden selten oder nie eingeladen oder herzlich aufgenommen.
Hauskreis, der geistliches Wachstum betont Leute, die an dieser Gruppe interessiert sind, wünschen sich geistliches Wachstum in einer geschlossenen Gruppe.
Hauskreis, der innere Heilung betont Die Teilnehmer wollen von Traumata geheilt werden und erhoffen sich Therapie durch die Gruppe. Diese Gruppen ähneln den Anonymen Alkoholikern, wo man sich wöchentlich trifft und über seine Probleme spricht. Diese Gruppen sind sehr liebevoll, aber scheitern daran, ihre Mitglieder zu Jesus zu bringen.
Lehrveranstaltung Menschen, die so eine Veranstaltung besuchen, tun das, ohne sich zu irgendetwas zu verpflichten. Es ist keine echte Gruppe, sondern eine Versammlung von Menschen, die einem Lehrer zuhören. In einer Lehrveranstaltung erleben Menschen in der Regel nicht, was es heißt, Leib Christi zu sein.
Was ist eine Zellgruppe dann?
Eine Zellgruppe ist BEZIEHUNG, Zellgruppe sein IST EIN LEBENSSTIL!
Zellgruppen haben einen Zweck, der über sie selbst hinausgeht. Zellgruppen sind für andere da und sind grundsätzlich für Nichtchristen offen. Zellgruppen treffen sich deshalb außerhalb der Gemeinderäume, um die Menschen da zu erreichen, wo sie leben und arbeiten. Im Zentrum liegt eine Dringlichkeit der Evangelisation.
Die Schlüsselkomponenten Evangelisation, Gemeinschaft, Jüngerschaft und Vervielfältigung gehören zur DNA der Zellgruppen. Wenn sich die Gruppe nur auf Evangelisation konzentriert, wird die Gemeinschaft darunter leiden. Wenn sich die Gruppe nur auf die Gemeinschaft konzentriert, werden die Mitglieder nicht die Möglichkeit haben, ihre „evangelistischen Muskeln“ zu trainieren. Wenn sich die Gruppe nie vervielfältigt, beraubt sie Menschen der Möglichkeit, zu wachsen. Und die Gruppe kann sich nicht vervielfältigen, wenn die Mitglieder nicht in der Jüngerschaft angeleitet und darauf vorbereitet werden, zukünftige Leiter zu sein.
Einer der Hauptunterschiede zwischen Zellgruppen und anderen Kleingruppen ist die Betonung der Evangelisation, der Ausbildung von Leitern und der Multiplikation in jeder Zellgruppe. Aber das Ziel ist nicht Multiplikation, sondern das Ziel ist es, Jünger zu machen, die Jünger machen, und damit dem Auftrag nachzukommen, den Jesus uns gegeben hat.
Zellgruppen sind geeignete „Gefäße“ sowohl für Erweckung als auch für Verfolgung. Sie ermöglichen uns, viele Neubekehrte zu integrieren, und dienen in Zeiten von Verfolgung (oder Lockdown) aufgrund ihrer Flexibilität dem Überleben der Gemeinde.
Zellgruppen nehmen die Priesterschaft aller Gläubigen radikal ernst. Man setzt so wenig wie möglich auf gesamtgemeindliche Angebote und so viel wie möglich auf das gemeinsame Leben der Zellgruppen. Damit wird dem geistlichen Konsumverhalten allzu vieler Christen zu Leibe gerückt.
Zellgruppen weisen die folgenden Merkmale auf:
Fokus nach oben Gott kennen lernen und ihn anbeten.
Fokus nach innen Einander kennen lernen und dienen.
Fokus nach außen Menschen erreichen, die Jesus nicht kennen bzw. noch keine Jünger sind.
Vorwärtsfokus Neue Leiter ausbilden.
Wie sieht die Struktur einer Zellgruppe aus?
Der Leiter
Der Zellgruppenleiter erfüllt die Aufgaben eines Hirten. Er achtet auf die Gesundheit der „Herde“ und bringt jedem Mitglied persönliche Aufmerksamkeit entgegen.
Zellgruppenleiter sind für den Inhalt und den Ablauf der Treffen verantwortlich. Sie beten für die Gruppe und gewinnen mit dem Kernteam verlorene Menschen für Jesus.
Zellgruppenleiter ziehen neue Leiter heran und leiten sie an. Sie erkennen Leute mit Potential (FAT – faithful / available / teachable), integrieren sie in den normalen Alltag der Zellgruppe, stehen ihnen zur Seite und bilden sie mit Hilfe des Coaches zu Leitern aus.
Zellgruppenleiter kann jeder Christ sein: er muss wiedergeboren und getauft sein, ein gutes Zeugnis haben, sich für die Gemeinschaft einsetzen und den Zellgruppenkurs durchlaufen haben.
Co-Leiter; Leiter in Ausbildung
Der Co-Leiter bzw. Leiter in Ausbildung übernimmt die Leitung einer Zellgruppe nach der Multiplikation. Er muss verbindliches Mitglied der Zellgruppe sein. Während des Trainingsprozesses sollten ihm verschiedene Aufgaben in der Zellgruppe gegeben werden. Wenn der Zellgruppenleiter einmal ausfällt, ist er es, der ihn vertritt.
Eine Zellgruppe, die keinen Leiter in Ausbildung hat, wird sich nicht vermehren können.
Auch wenn diese Person im Moment noch nicht für die Aufgabe bereit sein mag, muss der Leiter jemanden aussuchen und ihn vorbereiten, eine neue Zelle zu leiten.
Gastgeber
Der Gastgeber öffnet die Türen seines Hauses für das Zellgruppentreffen. Er arbeitet eng mit dem Leiter zusammen und ist bestrebt, seine Freunde für die Zellgruppe zu gewinnen.
Die Gastgeber sind dafür verantwortlich, die Mitglieder und Gäste der Zellgruppe in Empfang zu nehmen und willkommen zu heißen. Sie gestalten eine angenehme und einladende Atmosphäre.
Der Organisator
Der Organisator ist dafür verantwortlich, eine Anwesenheitsliste zu führen, wichtige Daten auf dem Schirm zu haben und dem Leiter zu helfen, auf dem neuesten Stand zu sein. Der Organisator sollte darauf achten, was die Zelle braucht.
Die verbindlichen Mitglieder
Sie sind die Kerngruppe der Zellgruppe. Sie sind hingegebene Christen und haben die DNA der Zellgruppe verinnerlicht und unterstützen sie aktiv. Die Mitglieder sind die Arme der Zelle, die Gäste einladen und herzlich aufnehmen.
Die Besucher
Sie sind immer herzlich willkommen. Unser Wunsch ist, dass sie regelmäßig wiederkommen, Jesus kennen lernen, Heilung und Lebensveränderung erleben, zu Jüngern von Jesus werden, die wieder andere zu Jüngern machen.
Arten von Zellgruppen
Die meisten Zellgruppen sind ziemlich homogene Gruppen. Es gibt Zellgruppen für Kinder, Zellgruppen für Jugendliche, für junge Erwachsene oder für Erwachsene. Die Erfahrung zeigt, dass eine Gruppe sich besser entwickelt, wenn sich ihre Mitglieder in der gleichen Lebensphase befinden. Das liegt einfach daran, dass es uns leichter fällt, Menschen einzuladen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind wie wir. In solchen Gruppen fällt es uns leichter, unsere Gedanken laut zu äußern. Außerdem laden wir normalerweise zuerst in unserem Freundeskreis ein. Wer jung ist, hat es tendenziell leichter, anderen jungen Menschen das Evangelium zu bringen. Wer verheiratet ist, hat es tendenziell leichter, Kontakt mit Paaren aufzubauen, als mit Singles.
Kinderzellgruppen Alter: 3-11; von Erwachsenem geleitet.
Teenager-Zellgruppen für Mädchen Alter: 12-18; von Teens geleitet; von Erwachsenem begleitet (ist beim Treffen idealerweise dabei).
Teenager-Zellgruppen für Jungs Alter: 12-18; von Teens geleitet; von Erwachsenem begleitet.
Zellgruppen für Männer Spezifisch für die Bedürfnisse und Herausforderungen von Männern.
Zellgruppen für Frauen Auf die Bedürfnisse und Lebenssituationen von Frauen zugeschnitten.
Zellgruppen für Ehepaare Mit oder ohne Kinder; wenn Kinder dabei sind, treffen diese sich als Kinderzellgruppe in einem anderen Raum.
Gemischte Zellgruppen Von Männern und Frauen gemeinsam.
Was sind die Ziele einer Zellgruppe?
Die Zellgruppe strebt danach, eine echte Gemeinschaft zu werden. Deshalb ist sie viel mehr, als nur ein wöchentliches Treffen. Wenn wir die Zellgruppe nur als ein wöchentliches Treffen verstehen, dann werden wir nie echte Gemeinschaft erleben. Leben in Gemeinschaft geschieht auch außerhalb von Gruppentreffen. Beziehungen sind viel wichtiger, als das Treffen. Durch die Beziehungen zu anderen wachsen wir als Diener, lernen ein Leben als Christ zu leben, werden von anderen mit Liebe beschenkt und schenken anderen Liebe.
Jüngerschaft (Matthäus 28,19-20) Jüngerschaft lernt man besser durch Beobachtung als in einem Kurs. In einer Zellgruppe können Menschen uns beobachten. Sie lernen von unserem Beispiel und folgen dann in unsere Fußstapfen. Die Zellgruppe ist der Ort, an dem alle Mitglieder geistliche Nahrung, Unterstützung und Anleitung für ein Leben in der Nachfolge von Jesus bekommen. Dabei geht es nicht nur um das Lernen von Glaubensgrundsätzen, sondern auch um das Aneignen von geistlichen Gewohnheiten. Wenn zum Beispiel ein junger Christ nicht gelernt hat, den Zehnten seines Geldes zu geben, dann wird es sehr schwer sein, das zu ändern, wenn er im Glauben reifer geworden ist. Ein Kind im Glauben braucht Liebe. Viele, die neu in die Gemeinde kommen, sind emotional kaputt. Was ihre Seelen jedoch wieder heilen kann, ist die Liebe ihrer Brüder und Schwestern in der Zellgruppe. Zellgruppen sind wie eine Familie, die in Liebe zusammenhält. In diesem Umfeld können Menschen heil und versorgt werden.
Partnerschaft (Apg 2,42) Die Teilnehmer werden zu Freunden und Partnern, wenn sie einander in einer Zellgruppe dienen.
Seelsorge (Matthäus 9,35-38) Es gibt einen effektiven (Hirten-)Dienst an jedem Einzelnen in einer Zellgruppe. Auch wenn die Gemeinde größer wird, können die Bedürfnisse der Menschen weiterhin erfüllt werden („Erste Hilfe“ oder Basisseelsorge).
Betonung der Evangelisation (Apg 2,46-47) An vorderster Stelle steht, dass wir Menschen in Kontakt mit Jesus bringen und sie auf ihrem Glaubensweg anleiten möchten. Menschen kommen mit dem Evangelium in Berührung, indem wir eine Beziehung zu ihnen aufbauen.
Gebet (Markus 1,35) Das Gebet wird durch Vorbild gelernt und durch Übung in einer Zellgruppe entwickelt.
Dienst (1. Korinther 14,26) Menschen können die geistlichen Gaben erkennen, die Gott ihnen gegeben hat, und beginnen, diese Gaben einzusetzen, um einander in einer Zellgruppe zu dienen. Wenn wir Predigten hören, dann lernen wir etwas in der Theorie. Viel effektiver ist es, wenn man das, was man hört, direkt praktiziert.
Training von Co-Leitern (2. Timotheus 2,2) Der junge Timotheus wuchs in seinen Dienst, indem er mit dem Apostel Paulus reiste und seinem Beispiel folgte. Zellgruppen bieten einen Ort für das Learning by Doing (Lernen durch Handeln).
Priesterschaft aller Gläubigen (Epheser 4,11-12) Jeder Gläubige ist ein Mitarbeiter des Evangeliums. Zellgruppen helfen, den ganzen Leib Christi zum Einsatz zu mobilisieren. Alle, die sich zu Jesus halten, verstehen sich als Akteure, durch die der Heilige Geist immer wieder wirkt.
Vervielfältigung (Apg 2,47) Bei aller Betonung der Qualität geht es auch um eine „große Menge“, die erreicht werden soll. Zellgruppen sind Gefäße, die Gott mit Menschen füllt, die gerettet werden sollen.
Wie kommen Menschen in die Zellgruppe?
70 % aller Gläubigen sind durch persönliche Beziehung zu einem Christen selbst zu Gläubigen geworden.
Kontakte pflegen; Zeit verbringen; persönlich einladen.
WhatsApp oder andere Plattformen nutzen.
Im Gottesdienst fragen wir Erstbesucher, ob sie Kontakt zu Christen suchen; je nach Wohnort oder Alter der Personen können sie den Zellgruppen zugeteilt werden.
Keine Gemeindemitglieder oder „Ewigkeitschristen“ in die Zellgruppe einladen; sie werden zum Zellgruppenkurs motiviert, weil sie in der Lage sind, andere zu Jüngern zu machen.
Kein Leistungsdruck; der Herr wird die Menschen hinzutun. Wir werfen nur die Netze aus, indem wir unsere Herzen und Wohnungen öffnen.
Jede Kleinigkeit wahrnehmen, feiern und Gott dafür danken!
Die 3 Unbekannten
Menschen lassen sich nur schwer auf Unbekanntes ein. Deswegen achten wir darauf, dass wenigstens 2 von 3 Faktoren bekannt sind:
Ort Wo treffen wir uns (z. B. Restaurant)?
Personen Wer ist dabei?
Inhalt Was machen wir?
Unterschiede zwischen Hauskreisen und Zellgruppen
Verantwortung Kleingruppen: der Pastor delegiert die Verantwortung an einen Koordinator. Zellgruppen: der Pastor ist selbst Koordinator und Coach für die Zellgruppen und leitet immer eine eigene Zellgruppe.
Autonomie der Leiter Kleingruppen: die Leiter sind autonom, fast unabhängig, und bestimmen selbst Thema und Aktivitäten. Zellgruppen: die Leiter werden begleitet (Coaching, Rechenschaftspflicht) und sind gemeinsam mit allen Zellgruppen unterwegs, dem Ältestenteam folgend.
Vision Kleingruppen: Vision von Wachstum. Zellgruppen: Vision von Leidenschaft für die Nicht-Gläubigen und Multiplikation.
Zielgruppe Kleingruppen sind auf Gläubige ausgerichtet, Nichtgläubige dürfen teilnehmen, sind aber oft mit dem Ablauf überfordert. Zellgruppen sind auf Gläubige und Nicht-Gläubige gleichermaßen ausgerichtet; ein wesentlicher Schwerpunkt ist es, Nicht-Gläubige einzuladen.
Ziel Kleingruppen: das persönliche Glaubenswachstum von Gläubigen. Zellgruppen: alle Teilnehmer zu Jüngern zu machen.
Erfolgsmaßstab Kleingruppen: Erfolg ist, wenn der Glaube der Christen weiter reift. Zellgruppen: Erfolg ist, wenn wir Bekehrungen und Lebensveränderung erleben.
Wesen Kleingruppe ist eine Aktivität, ein Programm. Zellgruppe ist eine Gemeinschaft.
Häufigkeit Kleingruppen: in der Regel ein Treffen pro Woche (oder alle zwei Wochen). Zellgruppen: das offizielle Treffen ist nur einer der Momente der Zellgruppe.
Schwerpunkt des Treffens Kleingruppen: das Bibelstudium ist das Wichtigste, Betonung auf Lehre. Zellgruppen: alle Elemente des Treffens sind gleich wichtig, Betonung auf Austausch und Leben teilen.
Fokus Kleingruppen: Fokus auf intellektuelles und theologisches Wissen. Zellgruppen: Fokus auf praktische Anwendung im Alltag.
Beziehungen Kleingruppen: langanhaltende, oft eher oberflächliche Beziehungen. Zellgruppen: tiefere Beziehungen aufgrund der Lebensveränderungen, die alle erleben – oft vorübergehend aufgrund von Multiplikation.
Rollen im Gespräch Kleingruppen: einer lehrt und die anderen lernen; Teilnehmer teilen ihre Meinung zur Lektion mit. Zellgruppen: man erbaut sich gegenseitig; Teilnehmer tauschen ihre Erfahrungen aus.
Gewichtung im Treffen Kleingruppen: 90 % Bibelstudium, 10 % Anwendung im Alltag. Zellgruppen: 20 % Bibelstudium, 80 % Anwendung im Alltag.
Rolle des Leiters Kleingruppen: Leiter = Lehrer. Zellgruppen: Leiter = Moderator.
Ort des Treffens Kleingruppen: das Treffen könnte überall stattfinden, weil es eine feste Gruppe ist. Zellgruppen: das Treffen braucht einen geschützten Ort für Gebet, Lobpreis und intimen Austausch – Gäste brauchen einen gleichbleibenden Ort und eine gleichbleibende Zeit.
Team Kleingruppen: ein engagierter Leiter, der sich um alle kümmert. Zellgruppen: ein engagiertes Team, dessen Koordination der Leiter verantwortet.
Leiterauswahl Kleingruppen: reife Leiter werden ausgewählt, um zu leiten. Zellgruppen: Teilnehmer werden geschult und ausgerüstet, um leiten zu lernen.
Multiplikation Kleingruppen multiplizieren sich selten. Bei Zellgruppen ist Multiplikation unser Ziel.
Gemeinde mit Zellgruppen oder Zellgemeinde?
Viele Gemeinden treten beim Thema Zellgruppen auf der Stelle, weil sie ihre Prioritäten nicht definiert haben. Sie sind nur Gemeinden mit Zellgruppen und werden nie zu Zellgemeinden. In einer Zellgemeinde dreht sich alles um Zellgruppen. Der Gemeindekalender richtet sich an Zellgruppen aus, Leiterschaft beginnt in den Zellgruppen und die Dienste der Gemeinde funktionieren im Zusammenspiel aller Zellgruppen gemeinsam. Das ist eine Zellgemeinde.
Zellgemeinden sind keine Kombination aus ganz verschiedenen Aktivitäten, sondern eine Vielzahl von Beziehungen. Die Zellgruppen sind die Gemeinde.
Alles, was den Auftrag von Jesus „Geht und macht die Menschen zu meinen Jüngern“ nicht fördert, kostet Kraft und Geld und sollte überprüft werden. Alles, was nicht leicht multiplizierbar ist und nicht von den Zellgruppen getan werden kann, sollte geändert werden. Dafür braucht es klare Prioritäten und Mut, feste Strukturen zu durchbrechen. Dann kann dieser Übergang harmonisch und gesund verlaufen, auch wenn dieser Prozess über längere Zeit geht.
Die Struktur einer Zellgemeinde
1. Die Zellgruppen
Die Jüngerschaftszellen sind das Herzstück der Zellgemeinde. In ihnen findet persönliche Gemeinschaft statt, es passiert Fürsorge und Seelsorge, hier geschieht geistliches Wachstum durch Bibelgespräche, Gebet und das Ausleben von geistlichen Gaben. Zellgruppen sind der Ort der Evangelisation.
Ein wichtiges Merkmal von Zellgruppen ist, dass etliche Teilnehmer Menschen sind, die noch keine Jünger von Jesus sind. Diese werden umbetet und sind immer und immer willkommen.
2. Der Gottesdienst
Der Sonntagsgottesdienst ist nach wie vor ein verbindlicher Termin in der Zellgemeinde. Sonntags kommt die gesamte Gemeinde (alle Zellgruppen) zusammen, um in großer Gemeinschaft Gott zu feiern und sich gemeinsam unter die Lehre zu stellen. Der gemeinsame Gottesdienst sorgt einerseits für die Identifikation der einzelnen Zellen mit der Gesamtgemeinde und stellt andererseits sicher, dass es trotz des multiplizierenden Wachstums und der relativen Eigenständigkeit der einzelnen Zellen eine einheitliche Ausrichtung gibt.
3. Die Leiterschulung
Ein wesentliches Ziel im Jüngerschaftsprozess ist es, neue Zellgruppenleiter zu erkennen und auszubilden. Auch wenn nicht jeder tatsächlich mal eine Zellgruppe leiten wird, gilt trotzdem das Motto: „Jeder kann eine Zellgruppe leiten.“ Darum ist die Schulung von neuen Leitern ein wichtiges Element im Gemeindeleben.
4. Coaching der Zellgruppenleiter
Die Begleitung der Zellgruppenleiter ist obligatorisch. Erfahrenere Leiter werden Begleiter von neuen Zellgruppenleitern und bilden mit ihnen eine Coachinggruppe, die sich regelmäßig zum Austausch trifft.