Die Familie des neuen Lebens – Die Gemeinde
Die Familie ist seit Beginn der Menschheit der Grundstein jeder Gesellschaft. Es ist einfach gut, eine Familie zu haben, selbst mit ihren Problemen. Es ist gar nicht gut, keine Familie zu haben und allein zu sein.
Frage: Was ist deine Erfahrung mit Familie?
Wenn wir zu Jesus umkehren und unser neues christliches Leben beginnen, erhalten wir eine neue Familie. Jesus hat seinen Jüngern durch das „Vater unser“ beigebracht, Gott Vater zu nennen (Matthäus 6,9). Der Apostel Paulus hat der Gemeinde in Rom geschrieben:
Denn sie, die er schon vorher im Blick hatte, die hat er auch schon vorher dazu bestimmt, in Wesen und Gestalt seinem Sohn gleich zu werden, denn er sollte der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein.
Römer 8,29
Die Bibel bezeichnet diese großartige Familie Gottes mit dem Namen „Gemeinde“ oder „Kirche“. Die Gemeinde/Kirche ist kein Gebäude, keine Institution und kein Treffen von religiösen Leitern. Nein, die Gemeinde/Kirche ist die Vereinigung von all denen, die sich zu Christus bekehrt haben und nun Gott als Vater haben.
Ein anderes Bild für Gemeinde ist neben „Familie“ der „Körper“. Warum? Weil ein Körper aus verschiedenen Einzelteilen besteht, die gemeinsam einen lebendigen Organismus bilden. Der Apostel Paulus schreibt:
Denn der menschliche Körper ist eine Einheit und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile des Körpers bilden zusammen den einen Organismus. So ist es auch bei Christus. Denn wir alle sind durch den einen Geist in einen Leib eingefügt und mit dem einen Geist getränkt worden: Juden und Nichtjuden, Sklaven und freie Bürger. (…) Zusammen seid ihr der Leib von Christus und einzeln genommen Glieder davon.
1. Korinther 12,12-13+27
Wir haben in der 5. Lektion gelernt: Von dem Moment an, in dem sich ein Mensch auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen lässt, gehört er zur weltweiten Kirche von Jesus und er wird ein Mitglied einer Ortsgemeinde. Man kann also „Gemeinde/Kirche“ in zwei Kategorien einteilen:
Die weltweite und unsichtbare Kirche – Zu ihr gehören alle Gläubigen weltweit aus allen Zeitaltern. Wir leben zwar vielleicht nicht eng zusammen, sind aber trotzdem Brüder und Schwestern in Jesus.
Die lokale und sichtbare Gemeinde – Damit sind die Gläubigen gemeint, die sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zusammen versammeln. In der lokalen Gemeinde ist man in der Lage, echte Beziehung zu leben.
Unsere Gemeinde, das Christliche Gemeindezentrum Albershausen, gibt es in kleiner und großer Form.
Die kleine Gemeinde nennt sich Zellgruppe: Zellgruppen treffen sich jede Woche oder alle zwei Wochen in den Wohnungen von Gemeindegliedern. Jede Zellgruppe hat einen Leiter. Wir ermutigen jedes Gemeindemitglied und jeden Besucher, Teil einer Zellgruppe zu werden und sich ausbilden zu lassen, um eines Tages selbst Leiter einer Zellgruppe zu werden.
Die große Gemeinde trifft sich jeden Sonntag zum Gottesdienst im Gemeindehaus. Dort treffen sich alle Mitglieder von allen Zellgruppen, um gemeinsam Gott zu loben und sich von ihm neu ausrichten zu lassen.
In unseren öffentlichen Gottesdiensten gibt es zwei wichtige Momente, an denen jeder Nachfolger von Jesus, besonders diejenigen, die getauft sind, teilnehmen sollte: das Abendmahl und das Einsammeln von Spenden.
1. Das Abendmahl
Das Abendmahl ist ein zeremonielles Mahl, mit dem wir uns daran erinnern und feiern, dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist. Es wurde von Jesus selbst ein paar Tage vor seinem Tod zusammen mit seinen Jüngern eingeführt.
Noch während sie aßen, nahm Jesus ein Fladenbrot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: "Nehmt und esst, das ist mein Leib!" Dann nahm er einen Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn an sie weiter und sagte: "Trinkt alle daraus! Das ist mein Blut, das Blut, das für viele zur Vergebung der Sünden vergossen wird und den Bund zwischen Gott und Menschen besiegelt. Und ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von diesem Wein trinken bis zu dem Tag, an dem ich das neu mit euch zusammen im Reich meines Vaters tue." Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus
Matthäus 26,26-30
Dem Bibeltext nach hat das Abendmahl zwei Bestandteile: Brot und Wein. Das Brot symbolisiert den Körper von Jesus. Wenn es gebrochen wird, symbolisiert es den Schmerz, den Jesus durch seine Kreuzigung erlitt. Der Wein symbolisiert das Blut, das aus seinen Wunden floss. Das Brot deutet aber auch auf die Kirche hin, die Gemeinschaft der Kinder Gottes und den Auftrag, unseren Nächsten zu lieben. Der Wein symbolisiert das Blut Jesu, das die Kraft besitzt, uns unsere Schuld zu vergeben. Der Wein symbolisiert aber auch die Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen und den Befehl, Gott zu lieben.
Der Apostel Paulus sagt, dass wir, wenn wir Brot und Wein zu uns nehmen, uns an den Tod von Jesus erinnern und ihn verkünden, bis er wiederkommt (1. Korinther 11,26).
Deshalb ist es sehr wichtig, dass jeder, der am Abendmahl teilnimmt, weiß, was er da tut (1. Korinther 11,27-32), dass er an Jesus glaubt und getauft ist.
2. Das Einsammeln von Spenden (Kollekte)
Für viele Aufgaben als Gemeinde brauchen wir Geld (laufende Kosten für Gebäude, angestellte Mitarbeiter, Unterstützung von Missionaren, Bauvorhaben …). Da wir als Freikirche keine Kirchensteuer einziehen oder Mitgliederbeiträge einnehmen, sind wir auf freiwillige Spenden der Mitglieder und Freunde angewiesen.
Im Alten Testament hatte Gott angeordnet, dass die Israeliten ihm 10 % ihres Einkommens geben sollten. Während dieser Zeit basierte die Wirtschaft auf Landwirtschaft und Viehzucht, und man gab den zehnten Teil der Ernte und der Tiere ab.
Der zehnte Teil von jeder Ernte, auch von den Baumfrüchten, ist Jahwe geweiht und gehört ihm. Will jemand etwas von seinem Zehnten zurückkaufen, muss er zum Gegenwert noch ein Fünftel hinzuzahlen. Jedes zehnte Tier von Rindern, Schafen oder Ziegen, das unter dem Hirtenstab hindurchgeht, soll Jahwe geweiht sein. Man soll nicht untersuchen, ob es gut oder schlecht ist, und darf es nicht austauschen. Tauscht man dennoch eins aus, sind beide Tiere Jahwe geweiht und können nicht mehr ausgelöst werden.
3. Mose 27,30-33
Im Neuen Testament wird uns kein Prozentsatz genannt, den Christen geben sollen. Paulus gibt den Korinthern konkrete Ratschläge, wie sie eine Geldsammlung durchführen sollen:
Nun noch ein Wort zu der Geldsammlung für die Gläubigen ´in Jerusalem`. Macht es so, wie ich es auch in den Gemeinden von Galatien angeordnet habe: Am ersten Tag jeder Woche, ´dem Sonntag`, soll jeder von euch bei sich zu Hause einen Betrag auf die Seite legen, der seinen Möglichkeiten entspricht. Auf diese Weise kommt nach und nach eine größere Summe zusammen, und das Geld muss nicht erst dann gesammelt werden, wenn ich komme.
1. Korinther 16,1-2
Aus diesen Ratschlägen kann man Folgendes ableiten:
Es gibt einen konkreten und sinnvollen Anlass für die Sammlung – Die Gläubigen wissen genau, wofür sie geben. Jeder kann festlegen, wofür das Geld verwendet werden soll.
Jeder soll sich daran beteiligen – Paulus geht davon aus, dass jeder Christ in der Lage ist, etwas zu geben. Wofür wir Geld ausgeben, zeigt, was uns wichtig ist.
Spenden müssen eingeplant werden – Die Korinther sollen nicht aus einem spontanen Gefühl heraus geben, sondern ganz bewusst und geplant. Heute ist ein Dauerauftrag eine gute Hilfe.
Jeder entscheidet selbst, wie viel Geld er gibt – Es sollte ein Betrag sein, der den eigenen Möglichkeiten entspricht. Wer wenig verdient, muss auch nur wenig geben. Wer viel verdient, sollte mehr geben.
Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel er geben möchte, und soll den Betrag dann ohne Bedauern und ohne Widerstreben spenden. Gott liebt den, der fröhlich gibt.
2. Korinther 9,7
Auch wenn Christen nicht verpflichtet sind, den Zehnten zu geben, sind für viele 10 % ihres Einkommens eine gute Richtlinie. Viele Christen haben in ihrem Leben erlebt, dass die Verheißung aus Maleachi immer noch gilt:
Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Tempel ist, und stellt mich doch damit auf die Probe", spricht Jahwe, der allmächtige Gott, "ob ich dann nicht die Schleusen des Himmels öffnen und euch mit Segen überschütten werde. Euretwegen werde ich die Heuschrecken von den Feldern und Weinbergen fernhalten, damit sie die Ernte nicht verderben", spricht Jahwe, der allmächtige Gott. "Und alle Völker werden euch glücklich preisen, weil ihr ein Land seid, das Gott gefällt."
Maleachi 3,8-12
3. Gehorsam
Bevor wir diese Lektion beenden, gibt es aber noch etwas Wichtiges, über das wir reden müssen. Die Kirche als Familie hat Gott als Vater, Jesus als Sohn und älteren Bruder und die Bekehrten als Gottes Kinder und Jesu Geschwister. Wie in jeder anderen Familie liegt die Autorität beim Vater, und die Kinder schulden ihm Gehorsam. Wenn das nicht passiert, kann der Vater seine Autorität dazu verwenden, um seine Kinder zu erziehen.
Trotzdem habt ihr schon vergessen, was Gott zu euch als seinen Kindern sagt: "Mein Sohn, achte die strenge Erziehung des Herrn nicht gering, werde nicht müde, wenn er dich korrigiert! Denn es ist so: Wen der Herr liebt, den erzieht er streng, und wen er als Sohn annimmt, dem gibt er auch Schläge." Was ihr ertragen müsst, dient also eurer Erziehung. Gott behandelt euch so wie ein Vater seine Söhne. Oder habt ihr je von einem Sohn gehört, der nie bestraft wurde? Wenn Gott euch nicht mit strenger Hand erziehen würde, wie er das bei allen macht, dann hätte er euch nicht als Kinder anerkannt. Auch unsere menschlichen Väter hatten uns streng erzogen. Trotzdem achteten wir sie. Müssen wir uns nicht noch viel mehr dem Vater des Geistes unterordnen, um geistliches Leben zu haben? Unsere leiblichen Väter haben uns auch nur für kurze Zeit in Zucht genommen, und zwar so, wie es ihren Vorstellungen entsprach. Unser himmlischer Vater aber weiß wirklich, was zu unserem Besten dient. Er erzieht uns, damit wir Anteil an seiner Heiligkeit bekommen. Jede Bestrafung tut weh. Sie ist zunächst alles andere als eine Freude. Später jedoch trägt eine solche Erziehung reiche Frucht: Menschen, die durch diese Schule gegangen sind, führen ein friedfertiges und gerechtes Leben.
Hebräer 12,5-11
Deshalb kann Gott seine Autorität nutzen, um uns zu korrigieren, wenn wir uns gegen seinen Willen verhalten. Praktisch kann das durch die Gemeindeleitung geschehen, welche Gott gegeben hat, damit sie sich um ihre Mitglieder kümmert. Der Autor des Hebräerbriefs schreibt außerdem:
Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.
Hebräer 13,17
Die Gemeinde ist also eine Familie, in der wir uns in Liebe und Autorität umeinander kümmern, damit es allen gut geht.
Herausforderung
Wir wollen dich herausfordern, dich verbindlich einer Connect-Gruppe und einer lokalen Gemeinde anzuschließen.